Outlet-Center: Erste Mauern fallen

Outlet-Center: Erste Mauern fallen

Die Bauarbeiten für das City Outlet Wuppertal in der Bahndirektion haben am Freitag offiziell begonnen. 65 Shops sollen dort bis Ende 2018 entstehen.

Wuppertal. Die Clees Unternehmensgruppe hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis zum zweiten Halbjahr 2018 sollen beim Umbau der früheren Bahndirektion am Döppersberg mehr als 500 Amtsstuben in 65 Läden eines Einkaufstempels verwandelt werden. Die vorbereitenden Baumaßnahmen laufen schon seit Juli, am Freitag war der offizielle Baubeginn.

„Wir haben die Nase vorne“, sagt Alexander Clees, Projektleiter der Clees Unternehmensgruppe, mit Bezug auf die Planungen für Outlet-Center in Duisburg und Solingen, die schon wieder im Papierkorb gelandet sind, und das Projekt in Remscheid-Lennep, das noch in der Planungsphase steckt.

Mit einem Vorschlaghammer demonstrierte Clees, dass zunächst das Gebäude entkernt werden muss. Es bedarf zurzeit noch einiger Fantasie, um sich die 1875 erbaute Bahndirektion als Anziehungspunkt für Kunden aus Wuppertal und weit über die Stadtgrenzen hinaus vorzustellen. Die Clees-Gruppe und ROS Retail Outlet Shopping, der spätere Betreiber des Outlet Centers, sind optimistisch, dass das Konzept eines City Outlets in einem historischen Gebäude mit einer fußläufigen Anbindung an Züge, Busse und nicht zuletzt die Schwebebahn aufgehen wird.

Bis zu 2000 Parkplätze sollen einmal im Postgebäude am Kleeblatt zur Verfügung stehen, wie Clees mitteilte. Bis zur Eröffnung Ende 2018 muss in Abstimmung mit der Bahn eine Geschäftsbrücke zum Kleeblatt über die Gleise am Hauptbahnhof gebaut werden. Sie soll für weitere Shops genutzt werden. Für den ersten Bauabschnitt (10 000 Quadratmeter Ladenfläche) liegt eine Baugenehmigung vor. Im zweiten und dritten Bauabschnitt sollen weitere 85 Läden auf einer Fläche von 20 000 Quadratmeter im Postgebäude und in einem weiteren Gebäude direkt am Bahnhof entstehen. Das dazu notwendige Verfahren zur Änderung des gültigen Bebaungsplans ist angelaufen.

Stadtdirektor Johannes Slawig zeigte sich erfreut darüber, dass der Hauptzugang des Outlet-Centers nun doch über den früheren Haupteingang erfolgen soll, der zum Döppersberg weist. Es sei gelungen, beim Aufgang Belange des Denkmalschutzes mit der erforderlichen Barrierefreiheit in Einklang zu bringen, erklärte Alexander Clees.

„Das Outlet Center ist nicht nur ein Projekt des Investors, sondern ein Projekt, an dem die Stadt ein großes Interesse hat. Wir erwarten eine Stärkung des Einzelhandelsstandortes und Geschäfte, die das anbieten, was über das bisherige Angebot in der Stadt hinausgeht“, sagt Slawig.

Thomas Reichenauer, Geschäftsführer von ROS Retail Outlet Shopping, spricht von einem hochattraktiven und innovativen Outlet-Konzept, das in einer Innenstadtlage „mit einem Anspruch auf Premiummarken“ ein besonderes Einkaufserlebnis in Konkurrenz zum Online-Handel biete.

Da bei den Bauarbeiten auch schweres Gerät eingesetzt werden muss, werden bei der Andienung der Baustelle ungewöhnliche Lösungen erforderlich sein. So könnte ein Durchbruch von der Notzufahrt oberhalb der B 7 zu einem der Innenhöfe eingerichtet werden. Die Lücke in der Fassade müsste nach Abschluss des Umbaus wieder geschlossen werden.

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