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Ortstermin: Umtausch gehört zum Geschäft

Ortstermin: Umtausch gehört zum Geschäft

Von zu großen Jacken, zu kleinen Dessous und dem doppelten PC-Spiel.

Elberfeld. Die geschmacklose Krawatte, der x-te Schal oder der ungeliebte Kochtopf — von derlei Fehlkäufen konnte niemand berichten, der gestern unterwegs war. Das Umtauschgeschäft — es lief zwar, wenngleich schleppender als in den vergangenen Jahren.

So konnte Alexandra Cleve in der Parfümerie Douglas in den City-Arkaden am Mittag gerade einmal von einem Umtausch berichten. „Sonst ist das schon mehr“, sagt sie und hat auch einen Schuldigen ausgemacht: das Wetter. „Das hat schon im Weihnachtsgeschäft viele Leute abgehalten“, sagt sie, als in diesem Moment Familie Meyer an der Kasse erscheint. In der Hand hält Tochter Ann Katrin (22) einen Kulturbeutel. „Zu groß“, findet sie — durchaus zufrieden mit Look und Farbauswahl, die ihre Mutter getroffen hat. Aber: „Kleiner wäre feiner.“

Kleiner, das ist auch der Wunsch von Rolf Matiszik und Tochter Sandra. Eine modische und warme Winterjacke hat er seiner Tochter geschenkt. Und die ist mit dem braunen Parka glücklich, obwohl sie ihn eigentlich in schwarz haben wollte. „Die Jacke hat zwar die richtige Größe, fällt aber größer aus“, sagt sie, konnte aber bereits eine kleinere Jacke ergattern. Und dann hat Vater Rolf da noch einen digitalen Schlüsselanhänger in der Tasche. „Der ist kaputt“, sagt er. „Funktioniert nur, wenn er an der Steckdose hängt.“

Solche Sorgen kennt man bei Hunkemöller nicht. Der Dessous- und Nachtwäscheladen ist bei Männern eine beliebte Anlaufstelle, um Geschenke für ihre Liebsten zu kaufen. Allein mit der Größe stehen die Herren oft auf Kriegsfuß. „Zwei bis drei Körbchengrößen liegen da mitunter schon dazwischen“, sagt Manuela Lehnert. Ihre erste Kundin gestern Morgen — ein Umtausch. Bis zum Mittag sind es acht. Heute Abend habe sich das sicher verzehnfacht, ist sie überzeugt.

Ein paar Läden weiter, bei Juwelier Christ, berichtet Filialleiter Markus Jörgens bereits um 12 Uhr von 18 Umtauschaktionen. Ringe oder Armbänder seien lediglich in der falschen Größe gekauft worden. Generell weiß er: „In den Tagen nach Weihnachten machen wir noch einen Großteil des Weihnachtsgeschäftes.“ Das liege auch an den Gutscheinen — eine Variante, die alle Händler auf dem Vormarsch sehen.

Umtausch? Georg Linke, Filialleiter von Saturn, bringt es auf den Punkt: „Letztendlich leben wir davon, dass vor Weihnachten gekauft, was später wieder umgetauscht wird.“ Von der doppelt verschenkten CD bis zum zu kleinen Plasmafernseher sei alles dabei. Besonders charmant ist da die Geschichte von Anna Maria Groeger. Sie möchte ein Nintendo-Spiel umtauschen. „Ich habe es meinem Mann geschenkt — und dachte, es sei eine nette Idee“, erzählt sie. Eine Idee, die ihr Mann wohl auch nett fand — er schenkte seiner Frau das gleiche Spiel. „Da gab es eine böse Überraschung unterm Weihnachtsbaum“, lacht sie.