Organisatoren der großen Wuppertaler Trödel stehen vor einem Kraftakt

Trödelmärkte in Wuppertal : Kraftakt für den Veranstaltungsreigen

Für den Vohwinkeler Flohmarkt sollen noch 15 000 Euro über Sponsoren gesammelt werden. Und die IG Luisenstraße muss schneller Planen – das Luisenfest wurde vorverlegt.

Die Sorge um den Vohwinkeler Flohmarkt ist groß. Finanzielle Probleme gefährden die diesjährige Durchführung der Großveranstaltung. Hauptorganisator Frank Varoquier beklagt fehlende Sponsoren und hat mittlerweile im Netz eine Crowdfunding-Plattform eingerichtet. Damit sollen 15 000 Euro an Spenden eingeworben werden. Ob dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, ist noch offen.

Derweil bereiten sich die anderen Veranstalter der großen Flohmärkte in Wuppertal auf deren Durchführung vor. Bezüglich finanzieller und organisatorischer Hindernisse geben sie Entwarnung. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Jörg Eckhardt Kuznik, neuer Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Luisenstraße. Er und seine Mitstreiter sind für die Durchführung des Luisenfests verantwortlich. Eine zentrale Herausforderung ist dabei das Thema Lärm. „Diesbezüglich haben wir schon Gespräche mit der Stadt geführt und einen Konsens erarbeitet“, berichtet Kuznik. Dabei sollen die Besucher unter anderem mit großformatigen Plakaten auf die Wichtigkeit der Lärmreduzierung ab 22 Uhr aufmerksam gemacht werden. Zu dieser Zeit endet auch das Bühnenprogramm.

Bei den Vorbereitungen muss sich die IG Luisenstraße sputen. Das Fest wurde vom 16. Juni auf den 19. Mai vorverlegt – und das mit gutem Grund. Schließlich findet am 16. Juni das Bleicherfest statt. „Zwei Veranstaltungen dieser Größe an einem Tag funktionieren natürlich nicht“, sagt Jörg Eckhardt Kuznik. Zum deutlich früheren Termin alles in trockene Tücher zu bekommen, sei allerdings „ein Kraftakt“. Die Interessengemeinschaft ist aber zuversichtlich.

So geht es auch den Mitgliedern des Bezirksvereins Heckinghausen, die wieder das Bleicherfest organisieren. Auf der Internetseite des Vereins läuft bereits ein Countdown für die kommende Auflage. „Es funktioniert alles wie in den vergangenen Jahren und wir haben keine Probleme“, sagt Vorsitzender Jürgen Nasemann. Auch die Anmeldezahlen seien erfreulich. Aussteller, die bereits im vergangenen Jahr dabei waren und sich bis Ende des Monats entscheiden, können sich ihren bisherigen Stammplatz sichern. Am 16. Juni um 11 Uhr wird das traditionelle Bleicherfest offiziell eröffnet. Rund 150 000 Besucher werden erwartet. Für sie bieten 350 Stände alles, was Keller und Speicher hergeben.

2018 kamen mehr als 100 000 Besucher nach Sonnborn

Auf eine mehr als 40-jährige Geschichte kann auch der Sonnborner Trödel- und Klöngelsmarkt zurückblicken. Am 25. Mai wird die Sonnborner Straße zwischen 9 und 18 Uhr zum Eldorado für Schnäppchenjäger. 2018 hatten hier mehr als 100 000 Besucher die Qual der Wahl. Auch in diesem Jahr dürfte die Auswahl groß sein. „Wir haben immer zwischen 175 und 195 Stände“, sagt Veranstalterin Ricarda Hens. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sonnborner Vereine (AGSV) organisiert das Trödelspektakel bereits seit zehn Jahren. „Mit der Zeit bekommt man einiges an Routine“, berichtet Hens. Allerdings bleibe der Aufwand hoch. „In diesem Jahr haben sich die Auflagen der Stadt noch einmal geändert, da hält sich der Spaß-Faktor bei der Organisation in Grenzen“, erklärt die Veranstalterin. Den Trödelmarkt aufzugeben kommt für sie aber nicht infrage. „Den hat meine Mutter vor 45 Jahren gegründet und da steckt jede Menge Herzblut drin“, betont sie. Finanzielle Engpässe bei der Durchführung sind für die gelernte Kauffrau kein Thema. „Der Trödelmarkt trägt sich bei uns durch die Standmieten“, erläutert Ricarda Hens. Die Probleme beim Vohwinkeler Flohmarkt kann sie nicht nachvollziehen. „Wir haben überhaupt keine Sponsoren und schaffen das auch so“, stellt Hens klar.

Noch etwas gedulden müssen sich die Fans des Ölbergfests. Die beliebte Großveranstaltung findet alle zwei Jahre statt. Die nächste Auflage ist für Mai 2020 geplant.

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