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Orden für Verdienste um den Wuppertaler Karneval verliehen

Brauchtum : Orden für Verdienste um den Karneval

CCW zeichnet Arnhild Belde, Armin Loose und die Striekspöen aus.

Nahezu jeder, der mit dem Karneval mal etwas näher in Berührung gekommen ist, dürfte schon  mit einem der glänzenden, bunten Orden dekoriert worden sein — auch wenn sich seine Verdienste um die Narretei in Grenzen halten. Schließlich werden die an der Hemdenbrust oder über dem Dekolleté baumelnden Auszeichnungen bei den Sitzungen der Karnevalsvereine oder Besuchen der Tollitäten großzügig verteilt oder sogar ausgetauscht.

Der Prestigegewinn anlässlich derartiger Ehrungen ist also überschaubar. Das gilt allerdings nicht für den Verdienstorden, den das CCW (Carneval Comitee Wuppertal) am vergangenen Freitagabend im Rahmen seines Neujahrsempfangs im Wuppertaler Hof erstmals  verliehen hat. „Grundvoraussetzungen sind wirklich außergewöhnliche, langjährige, über das Normalmaß hinausgehende Verdienste zum Wohle, Ansehen und zur Erhaltung unseres Karnevals in Wuppertal“, heißt es in den Bedingungen für den Verdienstorden des CCW. Und deshalb wurden mit Arnhild Belde, der Gründerin der Showgarde, Armin Loose, dem Präsidenten der Ka-Ge Colmar, und der Wuppertaler Mundartband „Striekspöen“ auch wahre Leuchttürme des Wuppertaler Karnevals ausgezeichnet, die sich seit Jahrzehnten um das närrische Brauchtum verdient gemacht haben.

CCW-Präsident Wilfried Michaelis und Geschäftsführerin Nordhild Neumeyer hatten für jeden der Ausgezeichneten eigens eine Laudatio vorgesehen, in der deren  Verdienste ausführlich beleuchtet wurden. So trug Urgestein Ingrid Kliewer vor, wie die zwischenzeitlich 80 Jahre alte Arnhild Belde 1988 mit sechs Tänzerinnen und einem Tänzer die Showgarde gründete, die sich  inzwischen längst einen überregional ausgezeichneten Ruf erworben hat und diverse Veranstaltungen nicht nur während der jecken Session bereichert.

Armin Loose veranstaltet jetzt die „24. Närrische Stadthalle“

Nordhild Neumeyer würdigte Armin Loose, der am kommenden Freitag  zum 24. Mal die „Närrische Stadthalle“ veranstaltet. Eine Prunksitzung, die regelmäßig ausverkauft ist und mit der inzwischen eine stattliche sechsstellige Summe zugunsten krebskranker Kinder eingesammelt wurde. „Verlässlich, loyal und redegewandt“, charakterisierte Neumeyer den 1950 Geborenen, der sichtlich überrascht war und verlegen sagte: „Das hätten andere doch eher verdient.“

Laudator Jürgen Holzhauer, der Stadtführer mit dem unerschöpflichen Anekdotenfundus und der vernehmlichen Stimme, war kaum zu bremsen, als er die „Striekspöen“ und ihre Stimmungslieder pries, die wie „dat Lenchen vom Tippentappentönchen“ oder „dä Anton vonne Gathe“ zum klingenden Allgemeingut gehören. Auch Frontmann Paul Decker wurde der achteckige Orden zusammen mit der Urkunde überreicht. Der Applaus war ihm ebenso wie den anderen Geehrten gewiss. fwb