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Olympia an Rhein und Ruhr: Wuppertal will dabei sein

Spiele im Jahr 2032 : Olympia an Rhein und Ruhr: Wuppertal wirft Hut in den Ring

Wuppertal will die Chancen durch olympische Spiele in der Region nutzen: Sportler könnten während des Großevents in der Stadt trainieren. Und auch für Touristen sei Wuppertal spannend.

Olympische Spiele in der Rhein-Ruhr-Region hätten „eindeutig die bessere Ausgangslage“ – diese Aussage von Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) gilt vielen als Vorentscheid für die deutsche Olympia-Bewerbung für das Jahr 2032. In Wuppertal könnten Olympia-Teilnehmer trainieren, vielleicht sogar gegeneinander antreten.

Die Mitgliederversammlung des DOSB Ende des Jahres wird die Entscheidung treffen, ob Deutschland mit der Rhein-Ruhr-Region ins Rennen geht – in Konkurrenz zu Nord- und Südkorea oder Brisbane in Australien. Da die Chancen für Olympische Spiele in NRW gestiegen sind, will Wuppertal dabei sein. „Auf jeden Fall“, betont Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD). Er will offiziell mit Michael Mronz Kontakt aufnehmen, dem Gründer der Privatinitiative „Rhein Ruhr City 2032“.

Der Sportmanager Michael Mronz trommelt seit 2016 für die Idee olympischer Spiele in der Rhein-Ruhr-Region. 14 Kommunen beteiligen sich und auch Ministerpräsident Armin Laschet unterstützt die Initiative. Die Idee dabei ist, die vorhandenen Sportstätten zwischen Aachen, Köln und Dortmund zu nutzen. Die Spiele könnten Motor sein, die Infrastruktur der Region zu verbessern.

Sportdezernent Matthias Nocke (CDU) will die Initiative auf die gute Erreichbarkeit vieler der vorgesehenen Sportstätten von Wuppertal aus hinweisen. OB Mucke betont: „Wir sind mittendrin! Wir liegen am Knotenpunkt zu allen Wettkampfstätten.“ Nocke sagt, es gebe zwar keine wettkampftauglichen Spielstätten, „in Frage kommen jedoch eine Reihe von Sportanlagen als Trainings- und Übungsstätten.“ Er nennt das Schwimmsportleistungszentrum, die Uni-Halle, die Kletterhalle „Wupperwände“ und die Skater-Halle Wicked Woods. Mucke hofft zudem, dass es bis dahin eine neue BHC-Halle geben wird.

Marcel Hafke, FDP-Landtagsabgeordneter, hat schon länger Kontakt mit Michael Mronz: „Wir begleiten das als Land“, erklärt er. Nach seinen Angaben kommt Wuppertal als Trainingsstätte in dem Konzept bereits vor. Er hofft, dass vielleicht doch eine Sportart wie etwa Judo in Wuppertal ausgetragen werden könnte. Nach Angaben von Kai Meesters, Sprecher von „Rhein Ruhr City 2032“, befasst sich das 185 Seiten starke Planungspapier bisher nur mit Wettkampfstätten. Mögliche Trainingsstätten würden Thema, wenn es zu einer Bewerbung kommt.

Pläne für Stadion am Zoo könnten noch interessanter werden

Viele betonen die positive Wirkung, die die Spiele in der Region auf Wuppertal haben könnten: IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge ist überzeugt, „dass Wuppertal profitieren würde“. Und Rolf Volmerig, Chef der Wirtschaftsförderung, findet: „Es lohnt sich, sich mit dem Thema zu beschäftigen.“ Die Pläne für das Stadion am Zoo könnten mit Aussicht auf die Spiele für den Investor noch mal interessanter werden. Gleichzeitig wären die Spiele ein Motor für den Tourismus.

So sieht es auch Martin Bang, Chef von Wuppertal Marketing: „Das ist eine absolut große Chance.“ Es ließen sich „tolle Produkte“ entwickeln, also Angebotspakete, die den Besuch der Wettkämpfe mit touristischen Ausflügen verbinden. Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Nordrhein, spricht von der „Chance, das Gastgewerbe in NRW als Olympiasieger in Gastfreundschaft in den Köpfen der Touristen zu platzieren“. Dafür mahnt sie eine „perfekte Organisation“ an: „Riesenstaus auf dem Weg von einem Stadion zum anderen sind nicht imagefördernd.“ Man müsse früh „groß denken“, wichtig sei ein überzeugendes Gastgeberkonzept für ganz NRW.