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Ohne die anderen wäre das eigene Glück nur halb so groß

Ohne die anderen wäre das eigene Glück nur halb so groß

Hardt und Trasse machen Bürgerbeteiligerin Julia Kohake glücklich.

Wenn man das erste Mal nach Wuppertal kommt — bei mir war das Anfang April dieses Jahres — denkt man zunächst nur an diese verrückte, durch die Luft sausende Schwebebahn, die quer durch die Stadt fährt. Die erste Fahrt war dann schon ein bisschen aufregend, doch die Muffensausen wurden schnell von Glücksgefühlen abgelöst, als ich mir die Stadt von oben anschaute. Nach und nach habe ich immer mehr von Wuppertal kennen und schätzen lernen dürfen. Glücklich machen mich vor allem die Inliner-Fahrten auf der Nordbahntrasse, die Spaziergänge auf der Hardt und die vielen engagierten Menschen, ohne die ich meine Arbeit nicht machen könnte.

Foto: Anna Schwartz

Dass ich nach Wuppertal gekommen bin, hatte auch schon viel mit Glück zu tun. Dass ich bleiben durfte — für die Arbeit in der Stabsstelle Bürgerbeteiligung — noch viel mehr. Ich war, wie man so schön sagt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort und so wurde aus einem zweimonatigen Praktikum ein richtiger Job. Wenn man sieht, wie zielstrebig diese Stadt und ihre Einwohner versuchen, das Thema Bürgerbeteiligung weiter voranzubringen und sich dafür einsetzen, erkennt man, dass sich das eigene Engagement lohnt und die Arbeit Spaß macht. Das ist es, was für mich unter anderen ein Wesensmerkmal von Glück ausmacht: Das zu tun, was einem Freude bereitet und zu sehen, dass es sich lohnt, sich zu engagieren.

Vor allem bei der Wahlparty zum Bürgerbudget habe ich dieses Engagement bei den Wuppertalern gesehen. So viele Menschen waren gekommen, um ihre Projektideen mit Herzblut vorzustellen. Ein paar von ihnen hatten sich sogar extra eigene Flyer gedruckt und sich für ihre Ideen verkleidet. Das Beste an dem Abend war für unser Team jedoch, auf die fast schüchterne Frage zweier Jugendlicher, ob sie denn auch mit abstimmen dürften, mit „Ja, auf jeden Fall“ zu antworten und ihre strahlenden Gesichter zu sehen. Das war ein wirklich schöner und glücklicher Moment und ich hoffe, es kommen noch viele weitere hinzu. Des eigenen Glückes Schmied zu sein, stimmt so nicht, denn es gehören immer andere dazu, ohne die das Glück nur halb so groß wäre.