Wirtschaft : Firmen wollen Klimabilanz verbessern

Projekt Ökoprofit geht in die elfte Runde. Neun Bergische Unternehmen sind dabei.

Einen einfachen Umkehrschluss hat sich das Projekt Ökoprofit auf die Fahnen geschrieben: Geringer Ressourcenverbrauch bedeutet weniger Kosten für ein Unternehmen und damit ökologisch nachhaltigen als auch wirtschaftlichen Fortschritt. Mit individuellen Schritten soll es Unternehmen durch Ökoprofit ermöglicht werden, Rohstoffverbrauch und Ausgaben zu verringern. In dem vom Land gestützten, bundesweiten Projekt haben sich in Nordrhein-Westfalen 2200 Unternehmen eine Auszeichnung verdient. Im Bergischen Land haben sich rund 130 Firmen angeschlossen und nennenswerte Veränderungen erzielt: Unter anderem 12 Tonnen Müll, 1900 Kubikmeter Wasser und etwa 800 Tonnen Kohlenstoffdioxid wurden im letzten Projektdurchlauf eingespart.

Am Mittwochabend fiel der Startschuss für die mittlerweile elfte Runde. Im Saal der Bergischen Industrie- und Handelskammer fanden sich Vertreter von neun Firmen aus Wuppertal, Solingen und Remscheid, die ihren ökologischen Wert steigern wollen, sowie die Initiatoren des Projekts ein. Lasse Lemm, der als Mitarbeiter der Neue Effizienz GmbH an der Umsetzung konkreter Veränderungen durch das Klima-Projekt beteiligt ist, machte in seiner Begrüßung deutlich: „Ökoprofit lebt vom Netzwerken“. Genau das sollte durch die Auftaktveranstaltung mit Mitwirkenden aus den verschiedenen Unternehmen gestärkt werden.

Zuvor stellte Jochen Stiebel, ebenfalls Vertreter des Projektpartners Neue Effizienz, das Modell Ökoprofit vor. Seit 19 Jahren wird im Bergischen Städtedreieck an den Zielen gearbeitet. Stiebel stellte diese anhand von Erfolgsbeispielen der vergangenen knapp zwei Jahrzehnte vor; so konnte die Klima-Bilanz teilnehmender Firmen etwa durch die Anschaffung von Pedelecs oder durch einen Strom- und Gasanbieterwechsel verbessert werden. Auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter spiele eine große Rolle, auf diese Weise könnten umweltbelastende Gewohnheiten verändert werden. „Auch das Abfallmanagement wurde komplett auf den Prüfstand gestellt“, so Stiebel. Er hob besonders den  Innovationsprozess einiger Teilnehmer hervor; manche Unternehmen hätten sich auch über das Projekt hinaus die Frage gestellt: „Was können wir mit unseren Produkten verändern, um anderen zu helfen, ökologischer zu sein?“. Die Ausarbeitung von Konzepten beschränke sich  nicht nur auf die einjährige Vertragsdauer. Stiebel schloss auch einen  Lernprozess der Initiatoren nicht aus: „Wir möchten mit den Firmen in Verbindung treten und voneinander lernen“.

Gemeinsamer Lernprozess mit und von den Firmen

Stefan Große-Allermann ist als Senior Consultant der Beratungsgesellschaft Baum ebenso an den Projekten beteiligt und machte den anwesenden Firmenvertretern deutlich, welche Wichtigkeit ein ökologischer Fokus einnimmt. Er zeigte die konkreten Folgen des Klimawandels anhand von Zahlen zu Trockenheit, Ernteausfällen oder dem Verlust der Artenvielfalt auf –  weltweit als auch vor Ort. „Es ist ein trauriges Bild, das ich hier zeichne“, warnte er und appellierte: „Es geht darum, mit Zukunftsmut an diesen Problemen verbessernd zu arbeiten“. Deshalb forderte Große-Allermann umgehenden, konsequenten Umwelt- und Klimaschutz. Der Berater prognostizierte: „Wir werden die Welt nicht komplett verbessern, aber vielleicht ein Stückchen“.

Zwar stehen hinter diesen hehren Zielen oft ausschließlich wirtschaftliche Interessen, wie eine Statistik zu Ökoprofit zeigte, in der eine Mehrzahl der beteiligten Firmen angab, aus Gründen der Kundenanforderungen oder der Imagevorteile teilzunehmen, doch Große-Allermann betonte: „Jeder Schritt zu den Nachhaltigkeitszielen ist ein richtiger“. Neun Bergische Unternehmen begeben sich nun auf diesen Weg, weitere könnten noch „auf den fahrenden Zug aufspringen“.