O Tannenbaum — oder doch lieber Fichte?

O Tannenbaum — oder doch lieber Fichte?

Welche Sorte, welche Größe? Beim Kauf des Weihnachtsbaumes scheiden sich Jahr für Jahr die Geister. Ein Experte gibt Tipps.

Wuppertal. Weihnachten steht vor der Tür. Ein Fest, bei dem die Deutschen ihrem nachgesagten Perfektionismus gerne Rechnung tragen. Größten Wert wird dabei Jahr für Jahr auf den Weihnachtsbaum gelegt. Saftig grün soll er sein, ohne Krümmungen oder andere störende Schönheitmakel. Nicht selten endet der Kauf des Nadelbaums, der zuvor ausgiebig auf seine Eignung hin überprüft wird, in einem Ehekrach. Da wird abgetastet, mit Maßbändern hantiert und die grünen Mitbewohner auf Zeit werden nebeneinander gestellt und mit einem kritischen Blick verglichen — damit sie dann letztendlich, früher oder später, doch wieder auf dem Kompost landen.

Damit dies jedoch nicht schon vor Heiligabend passieren muss, sollte man darauf achten, dass der Baum möglichst frisch geschlagen ist. Experte Benjamin Riede verrät, wie man das testen kann: „Wenn man mit den Fingern gegen den Strich über einen Ast streicht und die Nadeln dann hinunterrieseln, ist er nicht mehr frisch.“

Bis der Weihnachtsbaum zum Schmücken aufgestellt wird, sollte er nicht in der Wohnung gelagert werden. „Lieber auf dem Balkon oder im Garten“, rät der Gärtner. Dort ist es kühl. Jedoch sei es besser, das Transportnetz schon zu entfernen, ansonsten könnten die Zweige deformiert werden. Wenn der Baum dann im Wohnzimmer steht, sollte etwas Wasser in den Ständer geschüttet werden. Auch wenn er bereits gefällt ist, zieht er immer noch Wasser. Auf diese Weise bleibt er länger frisch.

Pro Meter werden beispielsweise für eine Blaufichte vom Pflanzenhof Nissen zehn bis 20 Euro fällig. Tannen sind etwas teurer. Ihr Preis pro Meter liegt bei etwa 15 bis 20 Euro.

Der Verkaufsrenner ist in diesem Jahr wie üblich die klassische Nordmanntanne. Ihr Vorteil: Sie piekst nicht beim Auspacken der Geschenke unterm Baum. Ihre Fans schätzen zudem das satte Grün des Nadelgehölzes.

Zusehends Konkurrenz macht der Tanne, die nicht etwa aus dem hohen Norden kommt, sondern nach ihrem Entdecker Nordmann benannt ist, die Blaufichte. Sie ist auch Riedes persönlicher Favorit — wegen ihres intensiven Tannenduftes. Allerdings muss ihr Käufer Abstriche in puncto Tastsinn machen, denn die Nadeln der Fichte pieksen. Ideal seien sie für echte Wachskerzen, da sie luftig gewachsen sind. Im Vergleich zur Nordmanntanne sind sie zudem preiswerter, weil sie schneller wachsen.

Weniger Freunde im Bergischen haben im hingegen die Nobilis-Tanne oder die Schwarzkiefer. Letztere ist dafür in den neuen Bundesländern äußerst beliebt. Zu DDR-Zeiten stand sie in fast jedem Wohnzimmer, weiß Benjamin Riede. Der Grund: Auf den kargen Böden dort wachsen fast ausschließlich Kiefern. Aber auch sie besticht durch ihren Duft.

Am Ende ist die Wahl des richtigen Weihnachtsbaumes wieder einmal nur eine reine Geschmacksfrage — oder eben eine Sache der Gewohnheit.