Freizeitsport: Nur neun Millionen für die Mählersbeck?

Freizeitsport : Nur neun Millionen für die Mählersbeck?

Kämmerer sieht keinen Spielraum, die Mittel für die Freibadsanierung aufzustocken.

Die Stadt erhält vom Bund eine Förderung über vier Millionen Euro für die dringend notwendige Sanierung des Freibads Mählersbeck. Die Freude über diese Nachricht, die der SPD-Bundestagsabgeordnete am Mittwoch nach einer Entscheidung im Haushaltsausschuss überbrachte, hielt auch am Donnerstag an. „Das Freibad Mählersbeck war und ist das wichtigste sport- und sozialpolitische Projekt in Oberbarmen“, betonte Peter Vorsteher von den Grünen, der Vorsitzender im Sportausschuss ist. „Die Bundesregierung lässt Wuppertal nicht im Stich“, übermittelte der CDU-Kreisvorsitzende Rainer Spiecker. Er goss aber etwas Wasser in den Wein. „Bleibt die Frage, wie die Lücke von zwei Millionen Euro zu den ermittelten Kosten für die Sanierung noch geschlossen werden kann.“

Die stellt sich auch Kämmerer Johannes Slawig und sieht momentan keinen Spielraum. Slawig: „Richtig ist, dass die letzte Planung des Gebäudemanagements einen Sanierungsbedarf von elf Millionen Euro ergeben hat. Richtig ist auch, dass der Stadtrat beschlossen hat, für den Fall einer Förderung durch den Bund den Restbetrag von zwei Millionen Euro (fünf Millionen hat die Stadt in den Etat eingestellt, d. Red.) durch Umschichtungen zu finanzieren. Doch mittlerweile halte ich diese Umschichtungen weder für möglich noch für vertretbar angesichts des riesigen Investitionsbedarfs in Schulen.“ Slawig erinnert allein an die siebte Gesamtschule mit einem erwarteten Mittelbedarf von 50 Millionen Euro. Investitionen in Schulen von 475 Millionen Euro seien in den nächsten zehn Jahren insgesamt vorgesehen, von denen rund 50 Millionen noch gar nicht finanziert seien.

Während Susanne Fingscheidt, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung Oberbarmen fordert, bei der Sanierung auch ökologische Aspekte zu beachten und das Angebot für die Nutzer finanzierbar zu halten, ermahnt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Müller die Verwaltung, „die Chance für den Erhalt des Freibads Mählersbeck nicht zu verstolpern“. Er fordert schnellstmöglich einen Zeit- und Finanzierungsplan.

Auch Sportdezernent Matthias Nocke geht davon aus, dass für das Projekt nun nur neun Millionen Euro zur Verfügung stehen, auch wenn die ursprünglichen Pläne von elf ausgingen. So sei jedenfalls die allgemeine Verwaltungsmeinung. Nocke: „Die Sportverwaltung wird sich jetzt mit den Planern zusammensetzen und sehen, was für die neun Millionen zu kriegen ist.“ Red

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