Nordbahntrasse: Es geht voran

Nordbahntrasse: Es geht voran

Auf Tour zwischen den Bahnhöfen Mirke und Ottenbruch kommt eines garantiert nicht auf: Langeweile.

Wuppertal. Zum Herbst hin soll es fertig sein — das Stück Nordbahntrasse zwischen den Bahnhöfen Mirke und Ottenbruch. Der Weg dorthin ist steinig, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Unter der Regie der Stadt wurde der künftige Rad- und Wanderweg in den vergangenen Wochen so geschreddert, dass er Schuhsohlen und Fahrradreifen zumindest nicht mehr vor unlösbare Herausforderungen stellt.

Postwendend herrscht auf der gut 2500 Meter langen Etappe bis zum Tunnel Dorp schon jetzt Hochbetrieb, bevor Pflastersteine und Asphalt das Trassenglück perfekt machen.

Das Ziel liegt klar vor Augen: Sobald die Wuppertalbewegung den Tunnel Engelnberg am Osterbaum auf Vordermann gebracht hat und die Passage bis zum Bahnhof Ottenbruch fertiggestellt ist, gibt es ein großes, durchgängiges Trassenstück zwischen Barmen und Elberfeld.

Am Bahnhof Mirke muss man jedenfalls nicht lange nach Spaziergängern und Radfahrern suchen: Wuppertal hat die Trasse jenseits aller Planungsrunden und Diskussionen längst in Beschlag genommen.

Mit den drei Vereinsvorständen Carsten Gerhardt, Olaf Nagel und Christa Mrozek zum Bahnhof Ottenbruch zu wandern, hat Unterhaltungswert. „Sie sind also der Störenfried im Rathaus“, spricht ein Spaziergänger Carsten Gerhardt spontan an, um gleich darauf mit einem Augenzwinkern zu verhindern, dass es im Hochsommer auf der Trasse mit einem Mal frostig wird: Einmal mehr wird Gerhardt gefragt, wie es mit der Trasse weitergeht.

Konkret geht es diesmal um die Art des Asphalts, der zum Einsatz kommen wird — während ein paar Meter weiter ein joggendes Pärchen vor der Absperrung am Tunnel Dorp seinen Kurs korrigiert. Gleich nebenan sitzt am Bahnhof Ottenbruch eine Herrenrunde vergnügt beim Abendessen — und lässt erahnen, was hier los sein wird, wenn auch dieses Stück Trasse erst einmal eröffnet ist.

„Wenn es so weit ist, werde auch ich mir ein Fahrrad kaufen“, verrät Jochen Zoerner-Erb im Vorbeigehen. Auch der Vorsitzende der Friedrich Spee Akademie Wuppertal ist an diesem Abend auf der Trasse unterwegs — und wohnt gleich in der Nachbarschaft. Für ihn steht fest: Die Trasse ist überfällig und eine Riesensache für Wuppertal.

Das sehen auch die Fahrradfahrer so, die auf der Schotterpiste immer wieder vorbei rauschen — und selbst den dunklen „Tanztunnel“ Dorrenberg nicht scheuen: Licht und Schatten sind auf der Nordbahntrasse seit jeher Nachbarn. Davon können die Vorsitzenden der Wuppertalbewegung auch ein Lied singen — stimmen es beim Ortstermin aber nicht an, auch wenn sich auf dem „städtischen“ Stück zwischen Mirke und Ottenbruch offene Fragen ergeben: Stattliche acht Meter breit ist der Weg hier geschottert und derzeit ohne Entwässerungsgräben.

„Ich frage mich, wie das Wasser hier ablaufen soll“, sagt Gerhardt. Auf Nachfrage der WZ wird die Stadt am folgenden Tag erklären, dass man sich auch bei der Wegbreite an die Vereinbarungen mit der Wuppertalbewegung halten und gegebenenfalls nacharbeiten wird.

Sobald möglich, soll außerdem die Baustelle an der Brücke Clausenstraße zumindest am Wochenende für die Nutzer der Nordbahntrasse passierbar sein — wenn das keine Mehrkosten mit sich bringt.

Von einer provisorischen Beleuchtung des Tunnels Engelnberg, die in den nächsten Tagen installiert werden soll, sprechen beim Spaziergang unterdessen Olaf Nagel, Christa Mrozek und Carsten Gerhardt. Und schon wieder rauscht ein Fahrradfahrer vorbei.