Nordbahntrasse: Bald sind 22 durchgängige Kilometer fertig

Nordbahntrasse: Bald sind 22 durchgängige Kilometer fertig

Brücken, Viadukte und Tunnelbauwerke werden derzeit saniert.

Wuppertal. Insgesamt haben die Baumaßnahmen an der Nordbahntrasse ein Kostenvolumen von 32 Millionen Euro. Die Gesamt-Trassenstrecke von rund 22 Kilometern Länge inklusive aller Wege soll bis Weihnachten fertig sein.

Die Stadt baut derzeit an zehn großen Brücken und Tunneln, wie Rainer Widmann, Leiter Verkehrsplanung, berichtet. Bis Ende 2014 werden 13 Brücken mit einer Gesamtlänge von 880 Metern für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht, eine Brücke wird neu gebaut.

Sechs Tunnel stehen aktuell kurz vor Abschluss der Bauarbeiten. Auch drei große Brücken aus Beton und Ziegelsteinen werden zurzeit saniert.

Beim Tunnel Schee — mit 722 Metern der längste auf der Trasse — wurden am 25. Juli der Innenausbau und der Asphaltweg fertig. Aktuell wird an Portalen, der Hangsicherung und Entwässerung rundherum gearbeitet sowie die LED-Beleuchtung eingebaut. Auch der Tanztunnel (175 Meter) ist in seinem Inneren schon komplett fertig. Die Portalsanierung in den kommenden Wochen bildet den Abschluss, nutzbar ist er schon jetzt. Die Brücke Dorrenberg befindet sich aktuell in der Instandsetzung. „Hier müssen die Nutzer nur kleinere Einschränkungen in der Wegebreite hinnehmen“, sagt Widmann. „Bei den anderen Tunnel- und Brückenbauten war, ist oder werden zwischendurch immer mal Sperrungen notwendig.“

Anfang August wurde die Auskleidung des 488 Meter langen Tunnels Dorp fertig, bis Mitte August entstand der Weg im Inneren. Derzeit wird noch am Weg bis zum ehemaligen Bahnhof Ottenbruch gebaut. Auch an Beleuchtung und Portalen wird noch gearbeitet. Spätestens Anfang Oktober wird der Tunnel freigegeben.

Vergleichbar ist die Situation am Tunnel Rott: Ende September werden die Arbeiten an der 364 Meter langen Röhre abgeschlossen. „Auch hier liegen wir gut in der Bauzeit“, sagt Widmann. Der Tunnel Engelnberg (171 Meter) befindet sich seit Anfang Juni im Bau. Auftraggeber für die Arbeiten ist bei dem Bauwerk nicht die Stadt, sondern die Wuppertalbewegung. Laut Stadt hat auch die Wuppertalbewegung das Ziel, bis September fertig zu sein.

Mit 85 Metern Länge am kürzesten ist der Tunnel Fatloh, der schon seit April fertiggestellt ist. Der Weg dorthin kann jedoch erst gebaut werden, wenn die östlich anschließende Brückenbaumaßnahme Bartholomäus-Brücke beendet ist: Der Tunnel wird als Bauzufahrt benötigt. Widmann: „Bis Ende September werden dann im gesamten Projekt Nordbahntrasse sechs Tunnel mit einer Gesamtlänge von 2005 Metern saniert sein.“

Am 280 Meter langen Steinweg-Viadukt haben Anfang August die Arbeiten begonnen: „Das ist die längste und schönste Brücke der Trasse“, sagt Widmann. Die Oberseite dieses Bauwerks werde noch in diesem Jahr fertig. Nach Brückenabdichtung und Entwässerung komme der Weg an die Reihe: „Ziel ist, bis Dezember alles fertigzustellen: den Weg und die Steinbrüstung rechts und links. Die ist übrigens denkmalgeschützt, wird saniert und bekommt noch ein Geländer.“ In zwei Jahren — so lange benötigen die unzähligen Ziegelsteine, um zu trocknen — beginnt der Bau am unteren Teil des Steinweg-Viadukts mit seinen 19 markanten Ziegelsteinbögen.

Rainer Widmann: „Bisher wurde nur das Notwendigste gemacht, zum Beispiel die Sicherung lockerer Steine. Aber jetzt machen wir die Brücke für die nächsten 50 bis 60 Jahre fit.“ Seit Ende Juli befindet sich die Bartholomäus-Brücke im Bau. Mit 186 Metern ist sie die zweitgrößte der Nordbahntrasse. „Bislang wurde Schotter rausgefahren, der wird gesiebt, teilweise zerkleinert, gelagert und hinterher für die Abdichtung genutzt“, erklärt Widmann.

Das Wichlinghauser Viadukt (151 Meter) ist die am besten erhaltene aus den Brückenbau-Projekten. Die Abdichtung wurde von April bis Juli erneuert, im August wurde der Weg gebaut. In den nächsten Wochen ist auch diese Brücke fertig. Die neue Brücke Bracken aus Stahlverbundbeton ist die einzige, die auf dem Gebiet der Nordbahntrasse als neues Bauwerk errichtet wird.

An der ehemaligen Kohlenbahn-Strecke zum Tunnel Schee war die einstige Naturstein-Brücke wegen Einsturzgefahr abgetragen worden — aktuell schließt die Stadt Wuppertal die Lücke über der Straße Bracken. Die Konstruktion der 35 Meter langen, filigranen Brücke neun Meter über der Straße ist optisch etwas Besonderes und soll noch in diesem Jahr eingebaut werden.

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