Wichlinghausen. : Nicht genug Anmeldungen für Grundschule

Wichlinghausen. : Nicht genug Anmeldungen für Grundschule

Der geplanten Einrichtung an der Matthäusstraße fehlt die Hälfte der Kinder.

Für die neue Grundschule an der Matthäusstraße fehlt es bislang an Anmeldungen. Zwei Klassen mit jeweils 25 Schülern wären nötig, um den Betrieb wie geplant im kommenden Schuljahr zu beginnen. Bisher gibt es laut Schuldezernent Stefan Kühn (SPD) aber erst 24 Anmeldungen.

Im gesamten Stadtgebiet kommen rund 3000 Kinder im kommenden Sommer in die Schule. Ihre Eltern wurden jetzt aufgefordert, die Kinder anzumelden. „Wie fast jedes Jahr sind etwa zehn Prozent der Kinder bisher nicht angemeldet worden“, sagt Kühn. Rund 60 davon kämen aus dem theoretischen Einzugsgebiet der neuen Grundschule. Kühn sieht die Situation also gelassen. Es dürften genug Kinder in der Umgebung vorhanden sein, die die nötigen Anmeldungen zusammenbringen.

Anmeldedefizit liegt
auch an Sozialstruktur

Dass bisher nicht genug Kinder zusammenkommen, sieht Kühn in mehreren Faktoren begründet. Zum einen habe das sicher damit zu tun, dass es die Grundschule noch nicht gibt. „Es gibt noch kein Kollegium, keine Anknüpfungspunkte durch Geschwisterkinder“, sagt Kühn. Zum anderen starte der Betrieb ja auch im Bau der vorherigen Hauptschule – die neue Schule muss dann während des Schulbetriebs gebaut werden.

Darüber hinaus habe das aber auch mit der Sozialstruktur im Quartier zu tun, sagt Kühn. Da „gibt es einen Zusammenhang“. Das Anmeldeverhalten „hat mit der Vertrautheit mit dem Bildungssystem zu tun“, sagt er recht bürokratisch. Dazu kämen etwa auch fehlende Deutschkenntnisse bei Eltern. Wie es um den Bezirk teilweise steht, geht auch aus dem Schuldneratlas hervor, der diese Woche veröffentlicht wurde. Dort liegt die Quote überschuldeter Haushalte bei rund 30 Prozent. Es gibt also auch Probleme dort.

Die Stadt habe gewusst, dass es schwerer werden würde, hier auf den ersten Rutsch genug Anmeldungen zu erhalten. Aktuell habe man eine Erinnerung herausgeschickt. Bis zu den Weihnachtsferien soll entschieden werden, ob die Schule im neuen Schuljahr startet.

Neugebaut wird wird aber auf jeden Fall. Kühn sagt, der Schulbedarfsplan zeige im Quartier ein Defizit an Schulplätze, auch langfristig. Vor allem, weil die Klassen ja klein gehalten werden sollen. Wenn jetzt also nicht genug Schüler für einen Start zustande kommen, würde das schon Folgen für die Klassengrößen in den umliegenden Schulen haben.

Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen. Aktuell bereitet man die Ausschreibung für einen Architekten vor, EU-weit. Wenn der gefunden ist, soll es zügig losgehen. Thomas Lehn vom Städtischen Gebäudemanagement, zuständig für Schulen, sagt, dass man noch beide Optionen - Sanierung oder Abriss. Die Tendenz gehe aber zum Abriss.

Bei einem Start der Grundschule an der Matthäusstraße hieße das, dass die Grundschüler in den Modulbau an der Turnhalle ziehen würden, während Teile der Hauptschule, die nicht sofort in das Gebäude der auslaufenden Hauptschule Dieckerhoffstraße in Langerfeld ziehen, in dem Leichtbau weiter beschult würden. Der Altbau würde dann parallel abgerissen oder saniert – baulich durch einen Zaun getrennt. Lehn sagt, aus baulicher Perspektive sei eine längere Phase bis Schulstart eher ein Vorteil. Aber natürlich sei man auf den geplanten Fall des Schulstarts vorbereitet und kriege das hin.

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