Neuer WSW-Fahrplan in Wuppertal sorgt für Verärgerung

Fahrplan: Neuer WSW-Fahrplan in Wuppertal sorgt für Verärgerung

BV Elberfeld diskutiert Änderungen im Linienbusverkehr. WSW stehen in der Kritik.

Von dieser massiven Kritik war Jochen Kuntz dann doch überrascht. Bevor der Verkehrsplaner der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) in der Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld auch nur ein Wort zu den am 25. November geplanten Änderungen im Busfahrplan sagen konnte, brach über ihn schon eine Flut an Vorwürfen der Bezirksvertreter ein. Durch die Bank äußerten sie am Mittwochabend ihren Unmut über die mit der Einweihung des neuen Busbahnhofes am Döppersberg geplanten Änderungen.

Er sei verärgert, dass „wir so spät informiert wurden“, erklärte SPD-Fraktionschef Thomas Kring. Mit dieser Art der Fahrplangestaltung hätten sich die WSW ein „gewaltiges Eigentor“ geschossen. Cemal Agir, Fraktionschef der Linken, dekretierte: „Wir lehnen das Angebot ab!“ Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gerta Siller monierte, dass die Angaben der WSW zu den geplanten Änderungen zu unkonkret und intransparent seien, der CDU-Fraktionschef Joachim Knorr unterstrich, dass die Planungen des WSW für den künftigen Fahrplan so „nicht nachzuvollziehen“ seien. Da müssten die WSW noch mal „intensiv über das Konzept nachdenken“.  

Angesichts dieser kritischen Einleitungen konnte Kuntz sich nur noch um Schadensbegrenzung bemühen – allein, es  blieb weitgehend beim Versuch, fühlten sich die Anwesenden doch vor vollendete Tatsachen gestellt und mit einem Fahrplan konfrontiert, den sie in ihrer Gesamtheit kaum durchblicken konnten. Da gibt es Veränderungen in den Taktzeigen, Streichungen von Haltestellen und Fahrten, veränderte Strecken. Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius brachte die Sachlage denn auch auf den Punkt, als er erklärte: „Ich bin überfordert, den Details zu folgen!“

Da nutzte es WSW-Planer Kuntz auch nichts, dass er darauf verwies, dass die vorgesehenen Streichungen gerade einmal „0,36 Prozent“ der gesamten Jahresfahrstrecke umfassen. Das sei alles „nicht so schlimm“, beruhigte er. Die wichtigsten Änderungen: Laut den Planungen der WSW werden alle Elberfelder Buslinien über den neuen Busbahnhof geführt. Ausnahmen sind die Uni-Expressbusse, die an der Stadthalle bleiben. Die Linien CE62, 620 und 628 werden durch die untere Südstadt geführt – nun aber in beiden Richtungen fahren. Aus Richtung Südhöhen kommend enden die Linien CE62, CE64 und 615 im neuen Busbahnhof.

Die Bezirksvertreter zeigten sich mit den Ausführungen nicht zufrieden und verlangten von den WSW eine Aufschlüsselung der Veränderungen und eine Gegenüberstellung von Vorher und Nachher. Dass sie noch Einfluss auf den neuen Fahrplan nehmen, erscheint eher zweifelhaft, ist der Plan doch schon im Druck. Auf Anregung der Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen wurde letztlich entschieden, dass die Bezirksvertretung die politische Verantwortung für den neuen Fahrplan ablehnt. Einen entsprechenden Beschluss verabschiedeten die Bezirksvertreter einstimmig.

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