Neuer Busbahnhof in Wuppertal - So lief der erste Härtetest

Wuppertaler Busbahnhof : So lief der erste Härtetest für den neuen Busbahnhof in Wuppertal

Den ersten Test unter realen Bedingungen hat der neue Busbahnhof in Wuppertal bestanden. Trotzdem gab es zum Start Probleme, die Fahrgäste ärgern.

Wuppertal ist eine pulsierende Großstadt. Wer daran Zweifel hat, sollte die Menschenmassen in Augenschein nehmen, die seit Montagmorgen am Döppersberg vom neuen Busbahnhof an- und abfahren. Der zentrale Busbahnhof hat seinen ersten Härtetest bestanden, wenn es auch Anlaufprobleme gibt. Ärgerlich für die Fahrgäste, dass die Anzeigetafeln an den Bussteigen am Montagmorgen wegen technischer Probleme bei der Datenübertragung zunächst dunkel blieben.


„Ich weiß zwar, an welchem Bussteig ich einsteigen muss, kann aber leider nicht erkennen, wo mein Bus hält“, beschreibt Hans-Werner Wolf die Problematik. Insgesamt ist er mit dem neuen Ambiente am Döppersberg aber zufrieden. Gegen 13 Uhr war der Softwarefehler behoben und Busse und Abfahrtzeiten wurden auf der großen Anzeigetafel in der Einkaufspassage (Mall) und an den Bussteigen angezeigt.

Um den Fahrgästen die Orientierung zu erleichtern, sind in den ersten Tagen zusätzlich bis zu 20 WSW-Mitarbeiter als mobile Helfer im Einsatz. Eine der am häufigsten gestellten Fragen gilt dem Schwebebahnersatzverkehr. Doch die Ersatzbusse halten nicht auf dem neuen Busbahnhof, sondern an der B7.


Der Schwebebahnersatzverkehr, der Fahrplanwechsel und der neue Busbahnhof – es kommen gleich mehrere Umstellungen auf die Kunden und Mitarbeiter der WSW zu. „Um eine Aussage über die Pünktlichkeit der Busse zu machen, ist es noch zu früh.

Bisher ist alles gut angelaufen und vieles wird sich in den kommenden Tagen einspielen“, sagt Sabine Schnaake, Verkehrsplanerin der Stadtwerke. „In ein, zwei Monaten spricht keiner mehr darüber, dann gehört der Busbahnhof zum Alltag“, ist Jörg Diekmann von der Verkehrsaufsicht der WSW überzeugt. Die Busfahrer hätten sich gut auf die An- und Abfahrt eingestellt. Der Busbahnhof sei großzügig angelegt, das verleite zu einer zügigen Fahrt. „Wir haben eine Anweisung an alle Fahrer herausgegeben, auf das Tempo im Busbahnhof zu achten“, sagt Diekmann.

Erhöhte Aufmerksamkeit ist für Fahrgäste und Busfahrer geboten

Erhöhte Aufmerksamkeit ist geboten, denn so mancher Fahrgast findet noch nicht auf Anhieb den richtigen Bussteig und wechselt deshalb über die Busspur seinen Standort. Christian Brenscheidt hat den Bus nach Ronsdorf verpasst, trägt es mit Fassung. „Ich bin aus Gewohnheit zum Haltepunkt an der Stadthalle gelaufen, aber da kommt schon der nächste Bus“, sagt er.

Eva Hannemann hat ein Problem, das nicht ganz so einfach zu lösen ist. „Um nach Hause zu kommen, müsste ich zunächst zur Haltestelle an der Morianstraße kommen und dort umsteigen“, sagt sie. Mit dem Rollator sei der Weg bis hinunter in die Stadt für sie ja viel zu weit. „Es führen einige Buslinien hinunter zum Wall. Von dort aus müsste die Dame zu Fuß zur Morianstraße gehen“, sagt dazu Stadtwerkesprecher Holger Stephan.

Hier fährt der erste Bus in den neuen Bahnhof am Döppersberg

Der benachbarte Bussteig füllt sich inzwischen in Windeseile, weil kurz zuvor ein Regionalzug der Bahn am Hauptbahnhof eingefahren ist. Dann fährt der Uni-Express vor. Der Bus startet zwei Minuten später vollbesetzt in Richtung Campus Grifflenberg. Der neue Busbahnhof scheint vielen der jüngeren Fahrgäste allerdings kaum einen Blick wert zu sein, denn das eigene Handy steht im Mittelpunkt des Interesses.

„Der Busbahnhof ist mit W-Lan ausgestattet“, sagt WSW-Sprecher Holger Stephan. Ein paar Stunden später kann von einer Mittagspause auf dem Busbahnhof keine Rede sein. Weniger als zehn Busse sind nie zu sehen. Staus auf der Zu- und Abfahrt zur Straße Döppersberg gibt es trotzden keine.

„Bei einer Ampelphase rutschen vier bis fünf Busse durch“, erklärt Jörg Diekmann. Im Vorfeld der Eröffnung des Busbahnhofs hatte es viele Gerüchte über Staus und zu enge Kurven gegeben – bewahrheitet haben sie sich nicht.

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