Neuer Blitzer: Wuppertaler halten Polizeikontrollen für sinnvoller

Umfrage : „Polizeikontrollen sind effektiver“

Am WZ Mobil wünschen sich viele sinnvollere Maßnahmen als einen festen Blitzer.

Drei feste Blitzanlagen rund um Wuppertal nähren den Verdacht, dass die Stadt mit diesen Mitteln die leeren Kassen füllen will. Neben den Blitzern auf der A46 am Autobahnkreuz-Nord und der demnächst an den Westring zurückkehrenden Installation soll im Sommer 2020 das nächste Gerät in der Schwelmebrücken-Baustelle auf der A1 Verkehrssünder blitzen. Rund eine Million Mehreinnahme für 2020 verspricht sich Kämmerer Johannes Slawig, der von einer Auflage der Bezirksregierung sprach. Wenn es den Beteiligten um Verkehrssicherheit an Gefahrenstellen gehe, so der ADAC, wäre es sinnvoll, im Vorfeld andere Maßnahmen zu überdenken.

Beim WZ Mobil machten die Bürger ihrem Ärger Luft. Anton Butek beispielsweise findet die Anzahl der Anlagen nicht gut: „Man muss nicht noch eine Radarfalle aufbauen. Mobile Polizeikontrollen bringen mehr.“ Natürlich sei es aus Sicherheitsgründen in Ordnung, aber dahinter stehe, dass die Stadt Geld einnehmen wolle. Sigrid Täuber sieht das ähnlich: „Polizeikontrollen sind effektiver, vor allem an den Stellen, wo es wirklich gefährlich ist, nämlich an Schulen und Kindergärten.“ Man könne mit dieser Art der Überwachung mehr Ordnung schaffen als mit Blitzern. Bärbel Dahm sagt: „Mit noch einem Blitzer auf Wuppertals Autobahn erreicht man nichts. Wenn man weiß, wo sie stehen, tritt man auf die Bremse und fährt anschließend wieder schneller. Hier geht es nur um Geldmacherei.“ Bodo Offermann denkt, dass es der Stadt nicht um die Sicherheit geht: „Man muss zur Verkehrsberuhigung oder Kontrolle keine Radarfallen installieren, denn das verursacht neben Wartungskosten noch weitere Kosten. In der Stadt funktionieren ja auch Ampeln mit Smilies oder Schwellen.“

Für Gerd Hülsberg ist die Argumentation der Sicherheitsgründe an den Haaren herbeigezogen: „Das ist Abzocke. Man will den Leuten mit einer weiteren Blitzanlage einfach das Geld aus der Tasche ziehen.“ Die Stadt kalkuliere bereits im Vorfeld mit diesen Einnahmen den Haushalt. Dieter Sommer ist der Meinung, dass man eher in der Stadt als auf der Autobahn Blitzer aufstellen soll: „An neuralgischen Stellen wie Schulen, Altenheimen, Kindergärten und 30er-Zonen macht das viel mehr Sinn. Das Argument Sicherheitsgründe lasse ich nicht gelten. Es geht der Stadt um Geldmacherei.“ Man solle lieber nach anderen Möglichkeiten suchen.

Markus Lasok ist der Meinung, dass man rund um Wuppertal sowieso nicht schnell fahren könnne: „Auf der A46 sind doch seit 30 Jahren Dauerbaustellen. Und wenn man weiß, wo die Radarfallen sind, fährt man automatisch langsamer. Sicherheitsgründe stehen hier wohl nicht im Vordergrund. Irgendwo muss das Geld für die Stadt ja herkommen.“ Er sei einmal auf der Autobahn in Berlin geblitzt worden, halte sich ansonsten an die Tempolimits. Sabine Freund wünscht sich eine bessere Verkehrsüberwachung an den Schulen: „Raser gibt es viele. Und denen ist es egal, ob sie das in der Stadt oder auf der Autobahn machen. Aber die Gefahren in der Stadt sind wesentlich höher. Da sollte man investieren.“