Neue Pläne für die Heckinghauser Straße in Wuppertal

Sanierung : Neue Ideen für die Heckinghauser Straße

Stadt gibt Gutachten in Auftrag. Im nächsten Jahr soll die Planung vorangetrieben werden.

In dieser Woche könnte der Prozess um eine Umgestaltung der Heckinghauser Straße beginnen. Aktuell prüft die Stadt die Angebote von drei Büros für eine städtebauliche Verkehrsuntersuchung. Die soll etwa per Verkehrszählung und Bestandsaufnahme der Bauwerke und Einzelhändler ein Bild über den Zustand der Straße liefern. Daraus soll dann im Anschluss ein Konzept für eine Veränderung der Straße erarbeitet werden – inklusive Bürgerbeteiligung.

Für den ersten Schritt, die Verkehrsuntersuchung, stehen der Stadt 100 000 Euro aus dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept „Soziale Stadt Heckinghausen“ zur Verfügung.

Stadtsprecherin Martina Eckermann geht davon aus, dass die Untersuchung zu Beginn des Jahres 2020 abgeschlossen sein sollte und dann eine Ausschreibung für weitere Planungen erfolgen kann.

Im Bezirk wird die Umgestaltung der Straße schon lange diskutiert. Schon 2009 war das Thema auf der Tagesordnung. 2017 wurde beschlossen, ein Gutachten in Auftrag zu geben.

Bezirksbürgermeister Christoph Brüssermann (CDU) findet es gut, dass das Gutachten endlich in Auftrag gegeben wird. Trotzdem ist er verärgert, dass es nicht längst vorliegt. Er habe es jetzt erwartet. „Wir wurden immer wieder vertröstet“, sagt er. Sein Eindruck: Das Thema wurde „verschleppt“.

Für ihn ist das Gutachten Grundlage für eine Entscheidung darüber, was mit der Heckinghauser Straße geschehen soll. „Ich bin nicht gegen einen Umbau. Aber ich will von einem Gutachten davon überzeugt werden“, sagt Brüssermann.

Weniger Fahrspuren
für mehr Sicherheit?

Heiko Meins, SPD-Stadtverordneter in der BV Heckinghausen, sieht großen Bedarf für eine Umgestaltung: „In ihrer jetzigen Ausprägung entspricht die Straße überhaupt nicht den Anforderungen einer zeitgemäßen Verkehrsführung. Ihre Aufenthaltsqualität tendiert gegen Null und sie ist eine nur schwer zu überwindende Barriere im Stadtteil“, sagt er mit Blick  auf die Nahversorgung im Norden der Straße, die von der Wohnbebauung im Süden getrennt sei. Dazu  sei die Straße ein Schulweg. Auch Meins hätte sich gewünscht, dass die Heckinghauser Straße für die Stadt weiter oben auf der eigenen Prioritätenliste gestanden hätte.

Nun hat die SPD-Fraktion im Stadtrat angekündigt, einen Antrag in den Verkehrsausschuss einzubringen. Sedat Ugurman, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, sagt, dass er einen konkreteren Zeitplan für die Umgestaltung erwarte. Wenn die Planungen länger dauerten, dann will er zumindest den Aspekt der Sicherheit schnell verbessern. Er will, dass die Anzahl der Fahrspuren in jede Richtung vor den Querungshilfen von zwei auf eins verringert wird mittels neuer Markierungen. Aktuell sieht er die Gefahr, dass es zu brenzligen Situationen kommen könne, wenn ein Fahrzeug einem Fahrer auf der anderen Spur die Sicht auf einen querenden Fußgänger nehme.

Die Polizei stuft die Heckinghauser Straße nicht als sonderlich gefährlich ein. Es gebe keine ungewöhnliche Unfallhäufung, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand. Brüssermann bewertet die Forderung nach der Reduktion von Fahrspuren auch als verfrüht. Eine Einspurigkeit müsse auch aus dem Gutachten heraus als sinnvoll erscheinen. Zudem sei das Sache der Bezirksvertretung, nicht des Verkehrsausschusses.

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