Freibad: Neue Hoffnung für das Freibad Mählersbeck

Freibad : Neue Hoffnung für das Freibad Mählersbeck

Wuppertal bemüht sich für die Sanierung der Mählersbeck um Geld aus einem neuen Fördertopf des Bundes.

Seit Jahren wird über die Zukunft des Freibads Mählersbeck diskutiert. Dass dessen Bestand gesichert ist, steht für Hermann Josef Richter vom Bürgerverein Nächstebreck dabei außer Frage. „Beide großen Parteien haben den Fortbestand des Bades befürwortet.“ Kritisch sind jedoch Art und Umfang der durchzuführenden Sanierungsarbeiten. Da es sich um das letzte öffentliche städtische Freibad im Wuppertaler Stadtgebiet handelt, lässt Richter keinen Zweifel an der Notwendigkeit der Arbeiten.

Bereits seit einigen Jahren sind fünf Millionen Euro im städtischen Haushalt für die Sanierung zurückgelegt. Mehrmals erfolglos hat sich die Stadt um Fördermittel von Land und Bund bemüht, denn die Gesamtsanierungskosten wurden mit neun Millionen Euro veranschlagt. Nun gibt es einen neuen Anlauf. „Mit dem ‚Bundesprogramm zur Förderung der Sanierung kommunaler Einrichtungen für Sport, Jugend und Kultur‘ hat sich kurzfristig eine neue Gelegenheit eröffnet, die Komplettsanierung des Bades anzupacken“, berichtet Michael Kieckbusch, Leiter des städtischen Bäderbetriebs.

Mit dem Programm, das einen kurzen Bewerbungszeitraum vom 1. bis 31. August vorsah, können Projekte mit bis zu vier Millionen Euro gefördert werden, 100 Millionen Euro sind insgesamt im Topf. In ihrem schnell modifizierten Antrag bewirbt sich die Stadt um die Höchstfördersumme. Da man inklusive Baukostensteigerung gegenüber dem ursprünglichen Antrag von 2015 nun von elf Millionen Euro Gesamtvolumen ausgeht, müssten trotz der Rücklagen zwei Millionen noch anderweitig beschafft werden.

„Im Hauptausschuss muss deshalb darüber entschieden werden, ob man im Falle der Bewilligung bereit ist, weitere zwei Millionen Euro in das Freibad zu investieren“, erklärt Kieckbusch das Verfahren. Der Ausschuss tagt am 19. September, bis zum 20. September muss der Antrag eingereicht sein.

Daran, dass das gut investiertes Geld wäre, lässt Richter keinen Zweifel: Das Freibad Mählersbeck liege in einem eher sozial schwachen Quartier, „die Menschen können also nicht beliebig in den Urlaub fahren und benötigen diese Form der Naherholung umso mehr.“

Was im Falle einer Ablehnung des Antrags passiert, ist laut Kiekbusch noch unklar: „Wir planen Schritt für Schritt. Eine alternative Option haben wir noch nicht durchgeplant und können auch die einzelnen Sanierungsschritte noch nicht im Detail nennen. Das wäre angesichts des Antragsverfahrens auch verfrüht.“ Eine Entscheidung über den Antrag wird Ende des Jahres erwartet. Sicher sei, dass saniert werden müsse: „Das fängt bei den Umkleiden an, geht über die energetische Optimierung hin zur Errichtung von Lärmschutzanlagen“, so Kieckbusch.

Sollte es zu einer Förderung kommen, müssten die Maßnahmen bis spätestens 2022 umgesetzt sein. „Wenn es die große Sanierungsoption wird, freuen wir uns. Wenn es nicht klappt, muss auf jeden Fall die kleine durchgeführt werden“, stellt Richter klar.

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