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Neubau der Wuppertaler Stadtwerke mit Budget von 52,2 Millionen

Stadtwerke : Gast im eigenen Haus: Stadtwerke ziehen 2023 in neue Zentrale ein

Stadtwerke wollen im August 2023 ihre neue Konzernzentrale beziehen. Das Kostenbudget beträgt 52,2 Millionen Euro.

Die Wuppertaler Stadtwerke wollen im August 2023 die neue Konzernzentrale für 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Bromberger Straße/Carnaper Straße beziehen. Der Baubeginn ist für Ende des Jahres geplant, das Budget beträgt 52,2 Millionen Euro. Darin sind weitere Kosten für den Abriss der Bestandsgebäude und den Bau einer Kantine enthalten.

Der WSW-Aufsichtsrat hatte im Juni 2019 beschlossen, das Vergabeverfahren für den Neubau aufzuheben und Alternativen zur Umsetzung des Architektenentwurfs zu suchen. Bei der ersten Ausschreibung hatte nur ein Unternehmen ein Angebot abgegeben. Mit der Goldbeck West GmbH wurde nun ein Unternehmen gefunden, das die Planung, den Bau und den Betrieb des Gebäudes für einen Zeitraum von 30 Jahren übernimmt. Die WSV vereinbarten am vergangenen Freitag dazu eine Öffentlich-Private-Partnerschaft. Dabei verpachten die WSW das Gelände an der Bromberger Straße/Ecke Carnaper Straße zinslos an den Vertragspartner, der auf diesem Grundstück dann ein Gebäude für das Wuppertaler Unternehmen errichtet. Nach der  Abnahme des Gebäudes geht es in den Besitz der  WSW über und ein Vertrag  zwischen den Partnern tritt in Kraft, der die Betriebskosten für die Immobilie regelt. Die Höhe dieser Betriebskosten pro Jahr  benannten die WSW nicht. Der Vertrag ist auf 30 Jahre festgelegt.

Das bestehende Gebäude
ist durch PCB belastet

Die Zeit für den Neubau drängt, denn die beiden bestehenden Bürotürme sind durch PCB (Polychlorierte Biphenyle) belastet, die langfristig als krebserregend gelten. Auf 11 7000 Quadratmetern Bruttogeschoss-Fläche sollen nun moderne Arbeitsplätze entstehen, die allen Anforderungen des Gesundheitsschutzes entsprechen.

„Wir sind sehr froh, insbesondere in den aktuellen Zeiten, mit der Firma Goldbeck einen Partner gefunden zu haben, der für uns ein zeitgemäßes Gebäude im vorgegebenen Zeit- und Budgetrahmen errichtet. Die Veränderung in den Ausschreibungsvorgaben sowie der ÖPP-Vertrag waren aus unserer Sicht wesentliche Schlüssel für den Erfolg der Ausschreibung“, so der Vorstandsvorsitzende der WSW, Markus Hilkenbach.

Der Entwurf der HPP-Architekten Düsseldorf sieht den Bau eines Sockels vor, der die Sonderfunktionen des Gebäudes (Eingangsbereich, Foyer, Betriebsrestaurant Konferenzräume) enthalten wird. Auf diesen Sockel werden vier Geschosse mit Büroräumen gesetzt. Über einen begrünten Innenhof wird ein Zugang zu den anderen Gebäuden auf dem WSW-Betriebsgelände möglich sein.

Die Goldbeck West GmbH betreibt das Gebäude nach Einzug der WSW und ist für wirtschaftliche Betriebskosten und damit auch die Energieeffizienz verantwortlich, wie ein Unternehmenssprecher bei der Vorstellung der Pläne erklärte. Von daher sei es das Ziel, die hohe Energieeffizienz langfristig darzustellen.

Seit 2012 steht fest, dass die PCB-Belastung einen Abriss der Zentrale  erforderlich macht. Zunächst war der Neubau auf dem Carnaper Platz geplant, aber nach Protesten vor allem der Bürgervereine wurde der Kauf des Platzes rückgängig gemacht.

Zuletzt waren die Baukosten auf 35 Millionen Euro gedeckelt.  Allerdings schlägt wegen der Verzögerungen seit Jahren die allgemeine Baukostensteigerung zu. Mit dem Unternehmen Goldbeck haben die WSW einen Pauschalfestpreis vereinbart und feste Terminvereinbarungen getroffen.

Die Erleichterung, dass der Bau der Konzern-Zentrale nun alle Hürden genommen zu haben scheint, ist in der Geschäftsführung der Stadtwerke groß. Geschäftsführer Martin Bickenbach sprach davon, dass nach all den gescheiterten Versuchen nun die letzte Chance genutzt worden sei, das Projekt zu realisieren. Die bisherige WSW-Zentrale darf nur noch zeitlich begrenzt betrieben werden. So müssen dort Räume regelmäßig gelüftet werden, um die PCB-Belastung zu senken. Auf Dauer hätte  das aber nicht gereicht, um die Schließung der beiden Türme zu verhindern

Der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell sprach von einer guten Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Es ist eine wirtschaftliche Lösung gefunden worden, die Modellcharakter für andere Bauvorhaben in der Stadt haben könnte“, sagte Dietmar Bell. Mit dem jetzt unterschriebenen Vertragswerk  sei sowohl der Bau als  auch der Betrieb der neuen Immobilie finanziell gesichert.