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Netto mit Wohnungen an der Wuppertaler Amboßstraße

Entwurf : Netto mit Wohnungen an der Amboßstraße

Auf der anderen Seite der Hauptstraße könnten ein Lebensmittel-Markt und 26 Wohnungen entstehen. Dazu gibt es einen Entwurf.

Wenn der Nettomarkt auf die andere Seite der Hauptstraße zieht, könnte dort nicht nur ein Lebensmittel-Markt, sondern ein gemischter Block aus Geschäftslokal und 26 Wohnungen entstehen. Eine mögliche Planung dazu stellten das Büro Rathke Architekten und Vertreter der CEV Handelsimmobilien in einer Online-Präsentation den Mitgliedern der Bezirksvertretung Cronenberg vor.

„Uns ist wichtig, keine Standardprojekt zu bauen“, betonte Architekt Markus Rathke, der die Bezirksvertreter durch die anschauliche Präsentation führte. Sie strebten immer „maßgeschneiderte Lösungen“ an. Für das Eingangstor zum zentralen Bereich Cronenbergs sieht das ein flaches Geschäftsgebäude an der Amboßstraße vor, auf das zwei Wohnblöcke als Querriegel mit zwei weiteren Stockwerken aufgesetzt werden. Ein einzelner Gebäudeblock an der Ecke Amboßstraße/Hauptstraße soll im Erdgeschoss ein Bäckergeschäft mit Café enthalten, darüber drei Geschosse mit Wohnungen.

Die Parkplätze für den Nettomarkt liegen nicht an die Amboßstraße zu, sondern von dort gesehen hinter dem Gebäude. Zur Hauptstraße hin soll der Parkplatz durch Bäume und einen Außenbereich für das Café aufgelockert werden. Die Anlieferung für den Nett-Markt soll über eine Einfahrt im Gebäude erfolgen, so dass der Schall von den Anwohnern abgeschirmt wird. Das Dach des Nettomarkts soll begrünt werden, die Wohnungen direkt über dem Nettomarkt eine Terrasse erhalten, in der höheren Etage sind Balkone vorgesehen. 

Rathke wies auch darauf hin, dass der Investor, das Unternehmen CEV Handelsimmobilien, eine Tochter der genossenschaftlich organisierten Edeka-Gruppe ist. Sie seien erfreut, dass unter den Verhandlungspartnern bei den Wohnungen auch eine Wuppertaler Wohnungsgenossenschaft ist.

Aufstellungsbeschluss nach
der Sommerpause geplant

Marc Walter, Leiter der städtischen Abteilung Bauleitplanung, erläuterte, dass das Grundstück derzeit als Gewerbegebiet ausgewiesen sei. Um das vorgeschlagene Projekt zu verwirklichen, müsse ein neuer Bebauungsplan beschlossen werden. Damit auch genau das geplante Projekt umgesetzt wird, sei ein vorhabenbezogender Bebauungsplan vorgesehen. Der ersten Schritt dazu soll der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan sein, über den die Bezirksvertretung in ihrer ersten Sitzung nach dem Sommer abstimmen soll. Im weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens können auch die Bürger noch Einwände machen und Anregungen geben.

Die Reaktionen der Politiker auf den Entwurf waren verhalten positiv. „Was mir gut gefällt, ist, dass Netto in den Hintergrund rückt“, sagte etwa Oliver Wagner (SPD). Für die Grünen erklärte Regina Orth: „Wir begrüßen das Grün auf dem Dach und die Zusammenarbeit mit einer Genossenschaft.“ Sie betonte, dass die Gebäude aus ihrer Sicht nicht höher sein dürften.

Michael-Georg von Wenczowsky (CDU) warnte, die „nette Präsentation“ dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein „massives Gebäude“ handle. Wichtig sei ein guter Übergang zu den benachbarten Gebäuden. Das Einzelgebäude an der Ecke Hauptstraße/Amboßstraße könne er sich auch ein Geschoss niedriger vorstellen. Dennoch sei die Planung „besser als alles, was wir bisher gesehen haben.“ Ambivalent reagierte auch Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD). Auch sie empfand den Entwurf als „besser als erwartet“, hielt das Gebäude aber auch für massiv.

Positiv reagierten die Politiker auf die Einplanung einer Rechtsabbiegerspur auf der Amboßstraße. Nachfragen gab es zu Fahrradabstellplätzen und E-Ladesäulen. Beides ist vorgesehen. Regina Orth fragte zudem nach Solaranlagen auf dem Dach. Das werde man mit in die Gespräche nehmen, sagte Marc Walter.

Markus Rathke warb für das Projekt und betonte: „Das ist keine preiswerte Architektur.“ Das Bauprojekt mit einer Genossenschaft sei eine Chance. Und er verwies auf die Kombination von Einzelhandel und Wohnen, das spare Fläche.

Auch Rüdiger Bleck, Leiter des Ressorts Stadtentwicklung, der den Entwurf einen „guten Vorschlag“, nannte, lobt diese Verbindung. Die zusätzliche Nutzung von Einzelhandelsflächen sei auch im Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt so gefordert.