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Nächstebrecker freuen sich über Lärmschutz vor zukünftigem Gewerbegebiet

Gewerbegebiet : Nächstebrecker freuen sich über Lärmschutz

Der Ausbau der Nächstebrecker Straße mit Flüserasphalt war Teil des Kompromisses zwischen Bürgerverein und Stadt.

Auf der Nächstebrecker Straße ab Ecke Bramdelle bis knapp 800 Meter hinauf zur Linderhauser Straße wird seit Freitagmittag „geflüstert“ – nämlich von Pkw- und Lkw-Reifen, die auf dem Teilstück verkehren, das mit Flüsterasphalt versehen wurde. Die Geräuschentwicklung wird dadurch um etwa 50 Prozent reduziert, was vor allem die Anwohner auf westlicher Seite der Nächstebrecker Straße erfreuen dürfte. Deren Ruhe war nämlich trotz einer Schallschutzwand von den Fahrzeugen, die mit derzeit noch erlaubten 70 km/h hinauf und hinunter „bretterten“, erheblich gestört worden.

Die Voraussetzungen für die Verbesserung der Wohnqualität wurden in dreiwöchiger Arbeit von der Stadt Wuppertal geschaffen. „Statt der geplanten vier, haben wir das in drei Wochen geschafft und auch den Kostenrahmen eingehalten“, erklärte Uwe Sens, Teamleiter der Asphaltierungsarbeiten bei der Stadt Wuppertal, während er die kleine Delegation mit Oberbürgermeister Andreas Mucke und Hermann Josef Richter, dem Vorsitzenden des Nächstebrecker Bürgervereins, an der Spitze, auf einem kleinen Spaziergang über das noch nicht freigegebene Straßenstück begleitete. Dabei wurde der Blick auf das 120 000 Quadratmeter große, landschaftlich ungemein reizvolle Gebiet an der Bramdelle freigegeben, das allerdings seit 2016 als Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Doch nur rund 20 000 Quadratmeter sollen künftig der industriellen Fertigung dienen, wodurch in Wuppertal Arbeitsplätze geschaffen und erhalten bleiben. „Wichtig war, dass man bei den Menschen nicht den Eindruck erweckt, dass schon vor der Information die Pflöcke eingeschlagen sind“, erläuterte Richter die „Transparenz“ des hierbei geübten Vorgehens in Sachen „Gewerbegebiet“. „Ein Kompromiss war erforderlich, und bei dem bekommt bekanntlich keine Seite volle 100 Prozent“, fügte Mucke zum Thema „Verhandlungsergebnis“ bei.

Der freie Blick über das Tal
bleibt erhalten

„Der Fußweg im Grünen bleibt erhalten, ebenso wie der freie Blick über das Tal, weil nämlich das Ronsdorfer Traditionsunternehmen Vombaur, das hier bis zu zwölf Metern Höhe bauen wird, in der Kuhle bleibt und damit die Sicht in die herrliche Natur nicht beeinträchtigt“, erklärte Hermann Josef Richter. Er war es auch, der daran erinnerte, dass das einem Verhandlungsergebnis entspricht, das auch für die Nächstebrecker Bürger akzeptabel ist. „Dem Ganzen sind, gestützt durch 6000 Unterschriften unserer Bürger, harte Verhandlungen und eine mit temperamentvollen Diskussionen erfüllte Bürgerversammlung im Gemeindesaal Hottenstein vorausgegangen,“ so Richter, der auch darauf hinwies, dass der Gewerbebau in der „Kuhle“ auch die Baukosten gesenkt habe. „Am Hang wird es teurer.“

Dass die Firma Vombaur mit ihren traditionellen Bergischen Textilerzeugnissen nun in Nächstebreck mit ihrem Werk ansässig wird, fand ebenfalls den Beifall der Anwohner des östlichen Stadtteils.