Nach Überfall auf dem Rott: Wie sicher ist die Trasse?

Nach Überfall auf dem Rott: Wie sicher ist die Trasse?

Bislang gibt es auf dem Rad- und Wanderweg nur sporadisch Streifen. Zum Start in die Saison sorgen Vandalismus und Gewalt für Ärger.

Wuppertal. Zerstörte Schaukästen, umgetretene Kilometersteine, Diskussionen um nicht angeleinte Hunde und jetzt auch noch ein brutaler Übergriff auf einen 22-Jährigen am Rott: Mit Beginn der Saison auf der Nordbahntrasse stellt sie sich wieder — die Frage, wie man dort für ein friedliches Miteinander sorgen kann.

Während die Wuppertal Bewegung für eine Video-Überwachung ist, sieht die Stadt keine rechtliche Grundlage, wie Stadtsprecherin Martina Eckermann im Gespräch mit der WZ erklärt: Wenn, dann dürfe es nur an Brennpunkten Videokameras geben, „und das legt die Polizei fest.“

So bleiben nur regelmäßige Streifen der Polizei und des Ordnungsamtes als Alternative, wenn die Trasse erst einmal fertig und offiziell als Verkehrsweg gewidmet ist. Kontrolliert wird derzeit nur sporadisch und auf Hinweise aus der Bevölkerung hin (Info-Kasten rechts).

Eine Rolle spielt auch die „soziale Kontrolle“: Wenn die Trasse fertig ist und täglich von Tausenden genutzt wird, dürfte die Hemmschwelle, sich im öffentlichen Raum und vor Zeugen daneben zu benehmen, größer sein. Zu reden wäre dann auch über eine Anleinpflicht, damit es nicht zu Unfällen kommt, fügt Eckermann hinzu.

Und wie sehen das die Trassennutzer? „Ich wohne ganz in der Nähe und fühle mich absolut sicher“, sagt Arndt Selig. Nur wenn es dunkel wird, gibt Selig zu, ist ihm manchmal etwas mulmig zumute. „Dann ist es unübersichtlich, düster und daher schon unheimlich. Wenn die Trasse insgesamt an mehr Stellen zugänglicher wäre, gäbe es in brenzligen Situation auch mehr Fluchtwege.“

Hans Martin und Helene Schieb haben ebenfalls keine Angst, wenn sie die Trasse benutzen — mehrmals in der Woche. „Es sind doch immer viele Menschen hier. Da passiert einem nichts“, sagt Helene Schieb. Für ihren Mann spricht aber nichts gegen mehr Präsenz der Polizei. „Sie könnte abends schon häufiger Streife laufen. Das wirkt abschreckend und könnte so einen schrecklichen Überfall verhindern.“

Anderer Meinung ist Anne Salmen. Sie hält mehr Ordnungshüter nicht nur für unnötig, sondern auch für kontraproduktiv. „Das würde mir eher das Gefühl geben, dass die Trasse ein unsicherer Ort ist“, findet sie. „Noch fühle ich mich total sicher. Man muss ja nicht nachts hier spazieren.“

Und auch hier geht es um Sicherheit auf der Trasse: An diesem Samstag gibt es von 12 bis 17 Uhr einen Aktionstag der Verkehrswacht unter dem Motto: „Wuppertal unter Strom“. Am Bahnhof Ottenbruch werden Elektrofahrräder der WSW getestet, um ein Gefühl für das sichere Radfahren zu bekommen.

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