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Nach Tokio Hotel und Revolverheld: Marc Sokal macht jetzt Mode

Wuppertaler Wirtschaft : Musikproduzent macht jetzt auch Mode

Mit dem Label „Cru Love“ will Marc Sokal den Zusammenhalt der lokalen Szene stärken.

 „Unterwegs sein mit der Crew.“ Dieser Satz beschreibt nicht nur das Lebensgefühl von Marc Sokal, sondern ist auch ein Aufruf für eine bessere Vernetzung zwischen jungen Musikern. Wer den gebürtigen Wuppertaler trifft, dem kommen eine Menge Persönlichkeit und Überzeugung entgegen. Mit seinem Tonstudio „Carousel Productions“ in Heckinghausen gab es viele Höhen und Tiefen, erklärt Sokal. Dabei habe er aber nie aufgehört, an sich selbst zu glauben. Mittlerweile ist sein Terminkalender so voll, dass er Bands wie den Donots absagen muss.

Neben seiner Arbeit im Tonstudio mit Künstlern aus verschiedenen Genres reist er als Schlagzeugtechniker durch die ganze Welt. Aktuell ist er mit Tokio Hotel in den USA und in Lateinamerika unterwegs. Auch mit Nena und Revolverheld hat er zusammengearbeitet. Und als wäre das nicht schon genug, macht Sokal eigene Musikproduktionen wie zum Beispiel das Album „Helgoland“, das vor einem Jahr erschien. Nun soll das „Pilot-Projekt“ im Sommer dieses Jahres in die zweite Runde gehen. Diesmal vielleicht mit Kindern auf einer Schweizer Burg.

„Cru“ statt „Crew“ für den Wiedererkennungswert

Ehrgeizig stürzt er sich nun mit seinem eigenen Modelabel in eine neue Herausforderung. Seine Eigenmarke „Cru Love“ veröffentlichte Sokal an Neujahr. Der Name steht für die Liebe zur Bühne und den Link zwischen lokalen Künstlern. Ganz nach dem Motto: „Support your local scene.“ Und warum schreibt er „Cru“ nicht richtig? „Wer Crew-Love im Internet sucht, bekommt tausend Ergebnisse“, erklärt er. Mit seiner Abwandlung des Begriffs finde man ihn viel schneller. „Das Label war eine dieser Ideen, die ich nachts um 3 Uhr auf einer Tour hatte“, erzählt Sokal. Zwei Jahre ist das her. Bis jetzt hat Sokal drei T-Shirts entworfen. Eines der Motive hat er selbst entwickelt, die anderen gemeinsam mit einem Designer. Die Marke müsse authentisch rüberkommen. Besonders wichtig sei ihm auch, Produkte zu entwickeln, die er selbst tragen würde. Gutes Material und die Liebe zum Detail stünden dabei an erster Stelle.

Die Fotos für die Homepage wurden in der Viertelbar an der Luisenstraße aufgenommen. „Da haben wir uns richtig ausgetobt“, sagt Sokal, „denn wir hatten die ganze Bar für uns.“ Julian Brügmann, der Fotograf, ist ein alter Schulfreund aus Sokals Jugendzeit in Cronenberg. „Natürlich hätte ich mir auch einen professionellen Fotografen irgendwo aus Deutschland holen können.“ Aber ihm sei die Authentizität wichtig. Warum nicht das Potenzial ausschöpfen, das vor der eigenen Haustür liegt?

Was das Marketing seiner Produkte betrifft, hat Sokal genaue Vorstellungen. „Cru Love“ soll zu einem Selbstläufer werden: „Es soll mich als Marke mittragen“, beschreibt er. Auch wenn er natürlich einen Gewinn mit seinen Produkten machen möchte, stünden das Gesamtpaket und die Idee dahinter im Vordergrund. Wer sich eines von seinen T-Shirts bestellt, der bekommt die Liebe zum Detail auch zu spüren. Vom T-Shirt bis zum Verpackungskarton hat er alles genau durchdacht.

Vom T-shirt bis zur Verpackung ist alles durchdacht

Was in Zukunft mit dem Modelabel passieren soll, steht noch nicht fest. Erstmal will Sokal sehen, wie sich seine Produkte vermarkten lassen. Und die nächsten Ideen hat er bereits. Dabei habe er stets im Hinterkopf, einen Fußabdruck mit etwas hinterlassen zu wollen, für das er mit Leib und Seele einsteht. Schon seine Tätowierungen am Körper verraten, dass er ein echter Lebemensch ist. Sie stehen als Synonym dafür, dass es nicht nur um Schönheit geht, sondern vielmehr um Erinnerungen und das Lebensgefühl, das ihn begleitet. Und während er das erzählt, kommt auf seiner rechten Hand ein kleines Carousel-Tattoo zum Vorschein.