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Nach Sonderzuschuss für die Wuppertaler Bühnen muss eine Lösung her

Wuppertaler Bühnen : Erste Hilfe für die Bühnen

3,6 Millionen Euro als Sonderzuschuss von der Stadt sind keine langfristige Lösung.

Am Montag hat die Verwaltung angekündigt, dass sie dem Rat einen Rettungsplan für die finanziell angeschlagenen Wuppertaler Bühnen vorschlagen wird. Die Liquidität der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH soll durch einen Sonderzuschuss in Höhe bis zu 3,6 Millionen Euro bis 2022 gesichert werden.

Die Abstimmung über den Sonderzuschuss ist für die Ratssitzung am 11. Mai geplant. Laut Angaben der Verwaltung verfügten die Bühnen zum 31. Juli 2019 noch über ein Eigenkapital in Höhe von 517 000 Euro. Nach aktuellen Berechnungen wäre das Eigenkapital nicht wie geplant erst 2021, sondern bereits in diesem Sommer aufgebraucht. Allein die Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie vom 13. März bis zum 30. Juni 2020 werden in einer Höhe von 787 000 Euro angegeben. Noch schwerwiegender wirken sich die Fehler im Controlling und in der Finanzplanung der Bühnen aus. Für die Spielzeit 2019/2020 müssen 450 000 Euro nachgesteuert werden, die Diskrepanz für die Spielzeiten 2020/2021 und 2021/2022 betragen 1,02 Millionen Euro beziehungsweise 922 000 Euro. Da im Herbst Tarifverhandlungen anstehen, wurde ein Puffer von 805 000 Euro eingebaut, um höhere Personalkosten aufzufangen. Hinzu kommen erforderliche Pensionsrückstellungen in Höhe von 121 000 Euro. Ohne den Sonderzuschuss würde die Gmbh zum 31. Juli 2022 mit 3,6 Millionen Euro überschuldet sein.

Folgende Mängel führten laut der Stadt zur Schieflage: Ein Teil der Planwerte war zu niedrig angesetzt. Die Budgetierung der künstlerischen Leiter ist nicht vollständig im Wirtschaftsplan berücksichtigt worden. Das Controlling war unzureichend, da unterjährig kein vollständiger Abgleich zwischen Wirtschaftsplan und Ist-Zahlen erfolgte. Das Instrument Publikumscontrolling ist in der aktuellen Ausgestaltung nicht aussagekräftig, da die Verbindung zum Wirtschaftsplan fehlt.

Nicht mehr als eine
zweijährige Atempause

Von der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH erwartet die Stadt, das sie einen eigenen Sanierungsbeitrag leistet. Der Sonderzuschuss biete nicht mehr als eine zweijährige Atempause. Stadtdirektor Johannes Slawig und Kulturdezernent Matthias Nocke dankten Daniel Siekhaus, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen, dass er nach seinem Amtsantritt darauf hingewiesen habe, dass es eine Diskrepanz zwischen den Zahlen im Wirtschaftsplan und denen, die kontrolliert wurden, gegeben habe. In Zukunft soll die GmbH quartalsweise über den Stand der Umsetzung an den Aufsichtsrat und den Ausschuss für Finanzen berichten und ein aussagekräftiges Berichtswesen aufbauen. Die kaufmännische Leitung in der Gesellschaft soll gestärkt werden.

Die Verwaltung weist darauf hin, dass mit dem Sonderzuschuss keine langfristige Lösung gefunden wäre. Eine grundsätzliche Entscheidung zur nachhaltigen wirtschaftlichen Sicherung der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH müsse spätestens im Rahmen des Beschlusses zum Haushaltsplan 2022/2023 getroffen werden – das heißt im Herbst 2021.