Wuppertal: Nach Kritik aus Wuppertal: Kaufhof ändert bundesweit Weihnachtsdeko

Wuppertal : Nach Kritik aus Wuppertal: Kaufhof ändert bundesweit Weihnachtsdeko

Eine Wuppertaler Igelschützerin hat sich beim Werberat über die Weihnachtsfenster von Kaufhof beschwert. Nun reagiert die Kaufhauskette.

Wuppertal. Die Weihnachtsfenster der Kaufhäuser sind in der Adventszeit beliebte Anlaufpunkte für Familien: Liebevoll wird Spielzeug zu ganzen Landschaften dekoriert. Beim Kaufhof sind in diesem Jahr Tiere im Wald zu sehen, die Weihnachten feiern. Und dabei war auch ein Igel, der eine brennende Kerze auf dem stacheligen Rücken trug. Die Beschwerde einer Wuppertaler Igelschützerin hat jetzt bewirkt, dass diese Figur bundesweit nicht mehr zu sehen ist.

Die engagierte Tierschützerin, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben möchte, fühlte sich sofort an Berichte darüber erinnert, dass Igel auch Opfer mutwilliger Brandattacken werden, bei denen die Tiere qualvoll sterben. „Wir haben uns alle aufgeregt“, berichtet sie.

Sie engagiert sich in der Igelstation des Vereins Netzwerk Igel an der Friedrich-Ebert-Straße, in der jedes Jahr 300 bis 400 verletzte oder geschwächte Igel versorgt werden.

Die Igelschützerin beschwerte sich nach eigenen Angaben zunächst direkt im Wuppertaler Kaufhof, hatte damit jedoch keinen Erfolg. Auch Umwelt- und Tierschutzverbände hätten nichts unternommen. Daraufhin habe sie sich an den Werberat gewandt.

Dieses Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft befand, dass sie recht hat: Die Darstellung des Igels mit einer brennenden Kerze verstoße gegen den Tierschutz und sei geeignet, zu unsozialem Verhalten anzuregen. Weihnachtliche Stimmung könne auch auf andere Weise erzeugt werden.

Eine Sprecherin des Kaufhofs bestätigte, dass sie nach einem Hinweis des Werberats entschieden haben, das Motiv des Igels mit der Kerze in ihrer bundesweiten Kampagne nicht mehr zu verwenden. Sie betont: „Es war zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht, Gefühle zu verletzen.“ Im Schaufenster verdecken nun andere Elemente den Igel, auf Postkarten wurde er überklebt. Die Tierschützerin freut sich über diesen Erfolg: „Ich hatte nicht mehr damit gerechnet.“

Der Werberat, der sich nicht zum konkreten Fall äußern möchte, erklärt, dass in über 95 Prozent der Fälle das Votum des Werberats angenommen werde. Die Werbewirtschaft habe sich selbst Regeln gegeben, etwa auf Sexismus zu verzichten oder den Tierschutz zu beachten. Wenn Werbung nicht gegen Gesetze verstoße, könne man die Unternehmen nicht zwingen, sie zu unterlassen, aber das Prinzip der Freiwilligkeit funktioniere gut.

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