Nach Genehmigungs-Chaos droht dem Flohmarkt das Aus

Nach Genehmigungs-Chaos droht dem Flohmarkt das Aus

Der Vorstand der AGVV zieht sich von der Veranstaltung des Flohmarkts zurück — die Zukunft des Fests ist offen.

Vohwinkel. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Mittwoch die Nachricht: Die Veranstalter des Vohwinkeler Flohmarks haben das Handtuch geworfen. „Die Verantwortung für das Fest ist zu groß, das Risiko zu hoch“, sagt Flohmarkt-Organisator Andreas Schäfer, der als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine nach dem Fest am Sonntag seinen Rückzug angekündigt hatte. „Wir können und wollen diese Verantwortung nicht mehr übernehmen.

Wie berichtet, war das Trödel-Spektakel mit geschätzten 200.000 Besuchern erst in der vorvergangenen Woche von der Stadt genehmigt worden — begleitet von einer umfangreichen Ordnungsverfügung, gerichtet an den AGVV-Vorsitzenden.

„Wenn die gesamte Verantwortung für ein solches Brauchtumsfest auf den Schultern eines einzigen ehrenamtlich Tätigen lastet, so ist das erträgliche Maß an Engagement einfach überschritten“, begründet Andreas Schäfer seinen Rücktritt zur nächsten Jahreshauptversammlung.

Zwar sei man als Veranstalter schon immer in der Pflicht gewesen, doch die erhöhten Sicherheitsauflagen nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg hätten die Situation verschärft, so Schäfer: „In dieser Deutlichkeit gab es die Zuweisung von Verantwortung bisher einfach nicht.“

Doch auch die Vohwinkeler Werbegemeinschaft Aktion V, Veranstalter des Vohwinkel-Tags, fühlt sich beim Thema Verantwortung allein gelassen. „Zwei Tage nach dem Ende des Fests habe ich von der Stadt die Genehmigung zur Absperrung der Festmeile erhalten“, sagt Aktion V-Vorsitzende Erika Osenberg. „Damit hat die Stadt die Verantwortung komplett abgewälzt.“ Die Stadt weist Vorwürfe zurück: An der Genehmigung des Fests habe das nachträglich verschickte Papier nichts geändert, hieß es am Mittwoch auf Nachfrage der WZ.

Man habe einen umfangreichen Leitfaden für Veranstalter von Festen erstellt, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Das Verfahren sei dadurch transparenter und schneller geworden, auch sei die Verwaltung kooperativ und offen für Vorschläge. Bei den Sicherheitsauflagen handele es sich im Wesentlichen um Vorgaben des Landes, an die sich die Stadt zu halten habe.

Ob der Flohmarkt im nächsten Jahr stattfindet, ist derzeit noch völlig offen. Andreas Schäfer: „Es dürfte zumindest unter diesen Umständen schwierig werden, einen Nachfolger zu finden.“