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Musikalischer Kurs mit Überraschungen

Musikalischer Kurs mit Überraschungen

Musikkorps der Bundeswehr begeistert bei seinem Benefizkonzert 1500 Besucher. Der Erlös kommt einem Theaterprojekt zugute.

Wuppertal. Wenn das Musikkorps der Bundeswehr mit vollem Einsatz spielt, dann muss man sich als Zuhörer fast schon ein wenig Sorgen um die Statik des Gebäudes machen, so kräftig schallt das Orchester durch die Historische Stadthalle. Der Sound des Blasorchesters kommt eben in der Regel etwas mächtiger daher als jener eines klassischen Sinfonieorchesters. Am Dienstagabend gastierte das Musikkorps aus dem rheinischen Siegburg wieder in Wuppertal, zum mittlerweile 35. Wuppertaler Benefizkonzert, zu dem das Gemeinsame Hilfswerk der Wuppertaler Lions Clubs geladen hatte.

Wie gut die Musik beim heimischen Publikum ankommt, zeigte der Publikumsandrang. Mit rund 1500 Besuchern war die Veranstaltung ausverkauft. Das freute auch den Vorsitzenden des Gemeinsamen Hilfswerks der Wuppertaler Lions Clubs, Wolfgang Baumann. Er erinnerte daran, dass der in den USA gegründete Lions Clubs International in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Mit Vertretungen in 210 Ländern sei die Organisation „der größte Service-Club der Welt“. Und gerade nach der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten gelte es, sich weiter für eine offene Gesellschaft und den sozialen Frieden einzusetzen.

In diesem Jahr soll der Erlös aus dem Benefizkonzert - rund 15 000 Euro - vor allem dem Theaterprojekt „Monster in the Maze“ (Das Monster im Labyrinth) zugute kommen, das von den Wuppertaler Bühnen umgesetzt wird. Im Rahmen des Projekts sollen Kinder und Jugendliche in die Produktion und Aufführung einer Oper eingebunden werden. Das Stück thematisiert den griechischen Mythos von Theseus, der sich im Labyrinth des Minotaurus dem gleichnamigen Ungeheuer stellt.

Womit wiederum eine symbolische Verknüpfung mit dem Abend gelang, standen auf dem Programm des Musikkorps der Bundeswehr doch Stücke, die die Zuhörer in ganz unterschiedliche Richtungen der Musikgeschichte lenkten.

Das war dann zwar nicht unbedingt ein Labyrinth, aber doch ein Kurs mit überraschenden Wendungen. Für die Orientierung sorgte Dirigent Oberstleutnant Christoph Scheibling. Er hielt den Ariadne-Faden in der Hand und leitete das Publikum mit kurzen Erklärungen zu den Stücken durchs Programm.

Entsprechend der Herkunft des Orchesters standen auch zwei Märsche auf dem Programm. Etwa 25 Minuten verwendete das Musikkorps zudem auf die Sinfonische Dichtung „Hamburg - Das Tor zur Welt“. Das Stück stammt von dem Orchestermitglied und Klarinettisten Guido Rennert und wurde im vergangenen Jahr erstmals in der Hansestadt aufgeführt. Er bildet ein akustisches Porträt Hamburgs, widmet sich wichtigen historischen Ereignissen der Stadt oder Stadtteilen wie St. Pauli.

Dass auch ein Bundeswehrorchester das Thema Musik nicht immer mit vollem protokollarischen Ernst verfolgen muss, zeigte der Abschluss des Programms. Mit dem Stück „Those Magnificent Men in their Flying Machines“ (Tollkühne Piloten in ihren fliegenden Kisten) von Ron Goodwin gab das Musikkorps noch einmal eine Visitenkarte seines Könnens ab. Vor allem die Musiker an den Schlagwerkzeugen mussten sich ranhalten, um alle burlesken Wendungen des Liedes zu schaffen. „Wir möchten, dass Sie unsere Musik so richtig erleben!“, hatte Dirigent Scheibling zuvor versprochen - sein Orchester hielt Wort. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen und erhielt drei Zugaben. Zum Abschluss erklang dann auch die Nationalhymne und die Besucher konnten mit einstimmen.