Musikalische Kooperation findet klangvolles Ende in Wuppertaler Schule

Früherziehung : Musikalische Kooperation findet klangvolles Ende

Projekt zwischen Sinfonikern und Grundschule Gebhardtstraße läuft nach zwei erfolgreichen Jahren mit Aktionen aus.

Wie viel Spaß die Kinder an diesem Projekt haben, war am Freitag nicht zu überhören. Aus voller Kehle stimmten sie ihre Lieblingslieder an, während die Mitglieder des Sinfonieorchesters den großen Auftritt der kleinen Musiker mit ihren Instrumenten begleiteten. Die beschwingten Melodien des „Day of Song“ wurden über den Schulhof hinaus weit in die Nachbarschaft getragen und sorgten für begeisterte Zuhörer. Der besondere Tag gehörte zum klangvollen Schlussakkord der engen Kooperation zwischen dem Orchester und der Grundschule Gebhardstraße. Nach zwei Jahren müssen Schüler und Lehrer im Sommer Abschied von den Sinfonikern nehmen. In den kommenden Wochen läuft das Projekt mit weiteren Aktionen aus.

Alle Beteiligten ziehen eine positive Bilanz. „Das war wirklich eine wunderbare Zusammenarbeit, die wichtige Impulse gegeben hat“, sagt Schulleiterin Beate Düster-Müller. Kinder, Eltern und Lehrer seien mit großer Einsatzbereitschaft dabei gewesen. Das bestätigt auch Heike Henoch vom Education Programm des Sinfonieorchesters. „Die zwei Jahre sind wie im Flug vergangen und wir hatten viele tolle Aktionen“, berichtet sie. Dazu gehörten außer dem regelmäßigen Day of Song aufwendige Instrumentenpräsentationen, Wandelkonzerte und eine musikalische Vernissage.

Zwischen Obst- und Käsetheke erklang einst ein Kanon

Sogar ein Flashmob im Supermarkt wurde durchgeführt. Dabei stimmten die Kinder einen Obstkanon vor Regalen mit den von ihnen besungenen Früchten an. „Durch die regelmäßigen Treffen an der Schule hat sich eine ganz besondere, kreative Dynamik entwickelt“, erklärt Heike Henoch.

Das Angebot war auch sonst vielfältig. Alle Klassen besuchten Schulkonzerte des Sinfonieorchesters in der Stadthalle und wurden mit Tanzdarbietungen in die Aufführungen eingebunden. Die Theater-AG der Schule ließ sich die verschiedenen Abteilungen im Opernhaus zeigen und bekam Tipps von den dortigen Profis. Auch die Lehrer wurden in das Projekt eingebunden. So gab es einen Betriebsausflug des Kollegiums zu einer Probe des Orchesters samt Workshop. Der Ansatz hat laut Schulleitung auch Vorteile für den normalen Unterricht. „Das aktive Musizieren wirkt sich positiv auf das Lernverhalten aus und fördert die soziale Gemeinschaft der Klassen“, sagt Beate Düster-Müller. Wichtig für den Erfolg sei, dass die Schüler möglichst früh und kindgerecht an das Thema herangeführt würden. Das gilt etwa für die neunjährige Jana, die durch das Orchesterprojekt die Geige erlernt hat. „Sonst wäre sie wahrscheinlich nicht auf den Geschmack gekommen“, sagt Mutter Heike Malangerie.

Auch Radoslava Niehues vom Elternbeirat lobt die Zusammenarbeit. „Es ist beeindruckend, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind“, erzählt sie. Für den Wuppertaler Schuldezernenten und Schirmherrn der Kooperation, Stefan Kühn (SPD), hat die Zusammenarbeit bleibende Spuren hinterlassen. „Die Grundschule Gebhardtstraße wird in musikalischer Hinsicht weiterhin eine vorbildliche Arbeit leisten“, betont er. Dazu gehört die Landesinitiative JeKits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen), die an der Gebhardtstraße in Zusammenarbeit mit der Bergischen Musikschule durchgeführt wird. „Das Orchesterprojekt hat unsere Arbeit natürlich sehr bereichert“, sagt Ursula Slawig, Leiterin des Vohwinkeler Standorts. Die Kooperation mit dem Sinfonieorchester soll nach dem Sommer an anderer Stelle weitergeführt werden. „Wir planen künftig die Zusammenarbeit mit einer Kita“, sagt Heike Hennoch. Die Arbeit an der Grundschule habe gezeigt, dass mit dem richtigen Ansatz auch kleine Kinder Spaß an klassischer Musik entwickeln könnten.

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