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Münzgeld-Klau am Schließfach: Kamera überführt Bahnbeamten

Münzgeld-Klau am Schließfach: Kamera überführt Bahnbeamten

Nachdem man ihm das Video einer Überwachungskamera gezeigt hatte, soll ein Wuppertaler (50) gestanden haben, Fächer im Hauptbahnhof manipuliert zu haben.

Wuppertal. Das Video, das die Überwachungskamera lieferte, war offenbar eindeutig. Am Donnerstag wurde es einem 50 Jahre alten Wuppertaler gezeigt. Kurz darauf soll der Mann ein Geständnis abgelegt haben. Seit mehreren Wochen habe er an etwa einer Handvoll Schließfächern im Hauptbahnhof den Münzgeld-Einwurf verbogen, um so Bargeld für sich abzuzweigen.

Als langjähriger Bahnbeamter war das für den 50-Jährigen kein Problem. Wie die WZ erfuhr, hatte der Beamte Zugriff auf einen Generalschlüssel, mit dem sich auch die 120 Schließfächer im Hauptbahnhof öffnen lassen. Mit der Leerung der regulären Münzfächer hatte der 50-Jährige nichts zu tun. Mit dem Schlüssel sollte er Reisenden helfen, die nicht mehr an ihr eingeschlossenes Eigentum gelangen konnten.

So oder so, eine Vertrauensstellung, die der Wuppertaler zum Diebstahl genutzt haben soll. Als Motiv habe der Familienvater in der Vernehmung „finanzielle Not“ genannt. Allerdings gehen bezüglich der Beutesumme die Meinungen deutlich auseinander. Durchschnittlich verdient die Bahn mit ihren Schließfächern zwischen 100 und 200 Euro im Monat. Der 50-Jährige soll jedoch ausgesagt haben, eher zweistellige Kleckerbeträge eingesteckt zu haben.

Im Frühjahr waren die Manipulationen aufgefallen. Ende Mai bat die Deutsche Bahn die Bundespolizei um Klärung. Die wiederum installierte eine Kamera, die auch die entlegeneren Fächer im Hauptbahnhof observierte. Mehrfach sei der 50-Jährige dort bei der Geldentnahme gefilmt worden, hieß es am Freitag.

Die Folge: Gegen den 50-Jährigen läuft bahnintern ein Disziplinarverfahren. Ob er suspendiert worden ist, wollte die Bahn am Freitag nicht kommentieren. Strafrechtlich lautet der Vorwurf „Diebstahls in einem besonders schweren Fall“. Dass das Verfahren die Beamtenpension des Mannes gefährdet, scheint aber eher unwahrscheinlich zu sein (siehe Kasten oben). Die Ermittlungen dauern an.