Analyse: Müllgebühren: Wer besser trennt, kann Geld sparen

Analyse : Müllgebühren: Wer besser trennt, kann Geld sparen

Analyse Die Entsorgung im Tal ist preislich weitgehend stabil geblieben.

Teils deutliche Unterschiede gibt es im Städtevergleich bei den Müllgebühren, Wuppertal präsentiert sich dabei mit weitgehend stabilen Preisen: Um 2,35 Euro ist die Abfallgebühr pro Person und Jahr seit 2018 gestiegen und liegt nach Angaben der Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal (AWG) nun bei 96,96 Euro pro Kopf und pro Jahr. „Grundsätzlich gilt, dass die Dienstleistungen personalintensiv sind“, ist vom Unternehmen als ein Grund für die Entwicklung zu hören. So sei die AWG in Wuppertal unter anderem zuständig für die Sammlung von 76 100 grauen Restmülltonnen, 36 000 braunen Tonnen für Bio-Abfälle, 38 800 blauen Papier-Tonnen und 67 700 Gelben Tonnen.

Größten Anteil
hat der Restmüll

Die Abfallgebühr setzt sich nach Angaben der AWG aus mehreren Faktoren zusammen. Mit knapp 60 Prozent hat die Sammlung und Entsorgung des Restmülls den größten Anteil an der Abfallgebühr. Mit knapp 20 Prozent folgt der Sperrmüll. Die Abfallgebühr setzt sich zudem aus den Kosten für sonstige Sammlungen und Leistungen (knapp 7 Prozent), für Recyclinghöfe (knapp 5 Prozent), Grünschnitt-Sammlungen (knapp 3 Prozent) und Schadstoffsammlung (knapp 1,5 Prozent) zusammen.

Die Wuppertaler Topographie mit zum Teil großen Höhenunterschieden und weitläufigen Außenbezirken sei ebenfalls ein Kostenfaktor, so die AWG. Natürlich versuche man, auch ganz praktisch zu sparen, sagt AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach, unter anderem durch die Optimierung von Entsorgungsrouten: „Unser Ziel ist es, nutzlos gefahrene Kilometer zu vermeiden.“

Während man anderswo auf einen anderen Abfuhr-Turnus setzt, ist ein Wechsel auf einen zweiwöchigen oder monatlichen Rhythmus in Wuppertal derzeit kein Thema, so Bickenbach: „Aus regelmäßig stattfindenden Diskussionsrunden mit Bürgern wissen wir, dass unser Abfuhrtakt gut angenommen wird.“ Eine Rhythmusänderung der Abfuhr müsste letztlich von der Politik beschlossen werden.

Um die eigene Müllgebühr zu senken, können die Wuppertaler aber auch selbst eine Menge tun, rät die AWG: „Wer schon beim Einkauf auf Abfallvermeidung achtet und dazu noch seinen Müll trennt, kann Gebühren sparen. Die AWG bietet kostenfrei die braune Bio-Tonne und die blaue Papiertonne an. Zudem gibt es 446 Containerstellplätze, an denen Altglas, Papier, Elektrokleingeräte und Altkleider kostenlos entsorgt werden können.“

Die Wuppertaler können bei der AWG eine Reduzierung ihrer grauen Tonne beantragen: Wer mit einer um 25 Prozent reduzierten Tonne auskommt, zahlt im Jahr statt der 100-Prozent-Gebühr (96,96 Euro) nur 81,74 Euro. Wer seinen Restmüll um die Hälfte reduziert, zahlt 66,51 Euro. Martin Bickenbach: „Durch Abfallvermeidung schonen Sie die Umwelt, durch Mülltrennung schonen Sie Ihr Portemonnaie.“

Zudem bietet die AWG Leistungen an, die bereits in der Abfallgebühr enthalten sind, wie die Sperrmüllentsorgung einmal pro Quartal, die Schadstoffabgabe am Recyclinghof Bornberg und am Schadstoffmobil, die Entleerung der Papiertonne im vierwöchigen Rhythmus und der braunen Bio-Tonne im Zwei-Wochen-Takt.

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