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Müll in den Parkanlagen: Ärgerlich und sehr teuer

Müll in den Parkanlagen: Ärgerlich und sehr teuer

Vergangenes Jahr kostete es die Stadt 46650 Euro, den Dreck und Müll der Feiernden wegräumen zu lassen.

Wuppertal. An Pfingsten war es so richtig schön: Wer sich nicht im heimischen Garten sonnte, oder wem "Balkonien" zu eng erschien, der vergnügte sich in Wuppertals Grünanlagen. Was die einen freute, sorgte bei vielen anderen Wuppertalern für erheblichen Ärger.

Die Stadt kämpft wie jedes Jahr gegen Müll und Dreck in ihren Parkanlagen. 2007 kostete alleine die Müllentsorgung die Bürger 46650 Euro.

Das Stadt-Ressort für Grünanlagen und Forsten ist zuständig für die Müllbeseitigung. Da das Amt aber auch für die Bewässerung der Pflanzen sorgen muss, wird seit 2005 die Gesa (Gemeinnützige Gesellschaft für Entsorgung, Sanierung und Ausbildung) eingesetzt, um die Müllberge auf der Hardt wieder verschwinden zu lassen.

Etwa 20 Langzeitarbeitslose sind unter der Woche rund um die Wuppertaler Grünanlagen unterwegs, um den Dreck zu entsorgen. Seit Sommer 2007 führen sie auch am Wochenende zwischen 8 und 12 Uhr den Kampf gegen die Windmühlen, denn jeden Morgen erwartet die Aufräum-Kommandos das gleiche Bild. Holger Stockhaus, Teamleiter für Grünprojekte bei der Gesa, erklärt: "An einem Sonntagmorgen kommen gut 50 Müllsäcke zusammen."

"Die Verschmutzung von Grünanlagen war immer schon ein großes Problem", beschwert sich auch Bezirksbürgermeister Wolfgang Peter Cleff (CDU) von Langerfeld-Beyenburg. Rund um den Stausee sind die Liegewiesen nach den Sommer-Wochenende regelmäßig mit Picknick-Überresten übersäht.

In den vergangenen Jahren wurden Müll-Container am Stausee aufgestellt - doch auch das half nicht. "Die Container wurden zur Entsorgung von Möbelstücken missbraucht", erklärt Cleff. In den nächsten Tagen wird sich die Bezirksvertretung beraten, um verstärkt Ordnungsdienst-Patrouillen anzufordern.

"Bei dem Müll haben wir es mit den Folgen der Erziehung zu tun", mutmaßt Cleff. Es gibt aber auch junge Menschen, denen der Dreck stinkt, wie etwa Gitti Burja. Ihre Initiative "Haltet die Hardt sauber" soll Müllsünder auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Mit einer Mülltüte "bewaffnet", fordert Burja Menschen auf, ihren Picknick-Platz sauber zu hinterlassen.

"Wir laufen nicht mit erhobenen Zeigefinger herum und alarmieren den Ordnungsdienst. Wir möchten nur zeigen, dass es doch so einfach ist, den eigenen Dreck wegzuräumen", sagt Burja. Wenn die Aktion erfolgreich ist, möchten die Stadt und der Förderverein Botanischer Garten ein großes Grillfest auf der Hardt sponsern. "Das sollte doch für alle ein großer Anreiz sein", hofft Burja.