Mucke strebt die Wiederwahl an

Mucke strebt die Wiederwahl an

Oberbürgermeister will einige große Projekte in einer zweiten Amtszeit umsetzen.

Die Bundesgartenschau 2027, das Pina Bausch Zentrum im Schauspielhaus, die Seilbahn — das sind drei der Großprojekte, die Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) in einer zweiten Amtszeit umsetzen will. Mucke spricht von langfristigen Zielen, dazu zählt er auch den Kampf gegen die Armut in der Stadt. „Diese Projekte sind auf lange Sicht angelegt. Daher werde ich mich 2020 zur Wiederwahl stellen“, sagte Mucke — und fügte hinzu: „Wenn mich meine Partei für diese Wahl nominiert“.

Seit dem 21. Oktober 2015 ist Andreas Mucke Oberbürgermeister. In seiner „Halbzeitbilanz“ zählte er eine Reihe positiver Entwicklungen in der Stadt auf. „In den zurückliegenden Jahren hat sich wieder Talstolz entwickelt, obwohl wir Wuppertaler uns in diesem Punkt noch immer die Kölner zum Vorbild nehmen sollten“, sagt Mucke. Um das Image auch außerhalb der Stadtgrenzen zu verbessern, bedürfe es einiger Glanzpunkte, wie zum Beispiel der Ausrichtung einer Bundesgartenschau. Die Buga sieht Mucke dabei nicht in Konkurrenz zum geplanten Tanzzentrum. „Ich möchte, dass uns beides gelingt. Das Seilbahn-Projekt ist unabhängig davon, denn dabei handelt es sich um ein Verkehrsprojekt der Stadtwerke.“

Nach dem aktuellen Stand kommt eine Bewerbung Wuppertals für eine Bundesgartenschau nur für das Jahr 2027 infrage. Für 2025 hat sich Rostock bereits in Stellung gebracht, 2029 geht Koblenz zum zweiten Mal nach 2013 an den Start. „Unsere Chancen bei einer Bewerbung für 2027 hängen davon ab, ob sich das Ruhrgebiet für eine Internationale Gartenschau (Iga) bewirbt und darin vom Land unterstützt wird. Kommt die Iga 2027, dann sind wir aus dem Rennen“, so Mucke. Am 9. Juli soll der Stadtrat über eine Bewerbung für die Buga entscheiden. Dieser Termin war relativ kurzfristig angesetzt worden, weil die Bewerbungsfrist für die Buga 2025 Ende Juli abläuft.

Der Abstimmungstermin könnte verschoben werden, weil dieser Zeitdruck nun nicht mehr besteht. Zudem bietet sich dann die Möglichkeit, die Kostenberechnungen, die auf der Annahme einer Buga 2025 beruhen, auf das Jahr 2027 anzupassen und so die laufenden Baukostensteigerungen in die Planungen einzubeziehen. Neben den Glanzpunkten wie Buga oder Tanzzentrum seien strukturelle Verbesserungen wichtig. Die sieht Mucke seit dem Beginn seiner Amtszeit vor allem im Bürgerservice. Die Wartezeiten im Einwohnermeldeamt seien von bis zu sechs Stunden auf im Schnitt vier Minuten reduziert worden, die Bürgerbüros seien wieder in die Lage versetzt worden, bis auf die Ausstellung provisorischer Reisepässe alle Wünsche zu erfüllen.

Mit 125 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei ein Höchststand seit Ende der 1990er Jahre erreicht worden. „Pro Jahr müssen weiterhin 1000 neue Arbeitsstellen hinzukommen. Dazu benötigen wir neue Gewerbeflächen, darunter einen Campus für Unternehmen im Bereich Informationstechnik.“

Wuppertal habe die erste Phase zur Integration der Flüchtlinge auch dank der Ehrenamtlichen sehr gut bewältigt. „Wir wurden als Vorbild für andere Städte genannt.“ Nun sei die Hilfe des Bundes erforderlich. 150 Millionen Euro steckt die Stadt in die Schulentwicklung, ein Schwerpunkt der Ausgaben liegt bei Schulen, Kitas und Ganztagsbetreuung. „Wuppertal ist digitale Modellkommune geworden“, nennt Mucke einen weiteren Entwicklungssprung. Diese und weitere positive Entwicklungen der Stadt soll ein Marketingkonzept nach außen tragen, das Mucke bei Wuppertal Marketing in Auftrag gegeben hat. Das Marketingkonzept soll auf das Stadtentwicklungskonzept 2030 aufsetzen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung