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Wahlkampf: Mucke kritisiert Jungs Kulturpolitik

Wahlkampf : Mucke kritisiert Jungs Kulturpolitik

SPD-Kandidat setzt auf Plakate, Kontakte und leckere Suppe.

Wuppertal. Für den SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Andreas Mucke beginnt jetzt die heiße Phase des Wahlkampfs. Bezeichnend für seine Kampagne ist, dass es zum Abschluss am 26. September ein Konzert unter dem Titel „Mucke für Mucke“ gibt. Dabei findet bereits am 13. September die Wahl statt. Stimmt da etwas mit dem Datum nicht? „Nein, das passt schon. Entweder wird es am 26. September eine Siegerparty geben, oder das Konzert dient zur Einstimmung auf die mögliche Stichwahl einen Tag später“, sagt Andreas Mucke schmunzelnd.

Die Stichwahl — voraussichtlich gegen Amtsinhaber Peter Jung — peilt Mucke als Etappenziel an. Nach eigenen Angaben hat er bereits rund 250 Gespräche geführt, um sich vorzustellen. Neben dem „Mundfunk“ setzen Mucke und die SPD auf 120 großformatige Wahlplakate. 80 000 Euro investiert die SPD in den OB-Wahlkampf, davon steuern 20 000 Euro Sponsoren bei.

„Wir werden die Stadt nicht mit Plakaten überschwemmen“, verspricht der SPD-Kandidat. Nicht zuletzt dienten die Plakate dazu, die Wuppertaler auf die Wahl aufmerksam zu machen. „Leider hat Peter Jung einer gemeinsamen OB- und Kommunalwahl im vergangenen Jahr nicht zugestimmt. Da hätte die Stadt viel Geld sparen können.“

Kritik übt Mucke zudem an der Kulturpolitik des Amtsinhabers. Peter Jung habe mit der Personalie Kamioka die Bühnen vor die Wand gefahren. 300 000 Euro seien nun an Abfindungen fällig, 500 000 Euro für Umstrukturierungen. Die Deckelung der Zuschüsse für die Bühnen müsse aufgegeben werden, sonst drohe die Insolvenz. Mucke sieht seine Rolle als Oberbürgermeister nicht nur als Repräsentant der Stadt, sondern auch als Chef der Verwaltung. Diese Rolle habe zurzeit Stadtkämmerer Johannes Slawig inne, kritisiert er.

Sein Wahlkampfkonzept stellte Mucke im Kochatelier von Volker Mehl vor, der Mucke unterstützt. „Ich war kurz davor selbst zu kandidieren, habe mich aber zum Glück überzeugen lassen, dass Ärger über die Verwaltung nicht die richtige Motivation ist“, sagt Mehl. Er hofft, dass Mucke die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern grundlegend verbessern wird.

„Die Menschen fühlen sich von oben herab behandelt“, kritisiert Mucke und fordert mehr Bürgerbeteiligung.

„Talstolz“ ist ein zentraler Begriff seiner Kampagne. Politik soll aber auch durch den Magen gehen. Der Kandidat will mit Volker Mehl unter dem Motto „Suppe mit Mucke“ in den Stadtvierteln Suppe austeilen.