Modemanufaktur zieht vom Ölberg ins Luisenviertel

Kooperation : Modemanufaktur zieht vom Wuppertaler Ölberg ins Luisenviertel

Liebesgruß kooperiert ab dem 1. Mai mit dem Modeladen „17&wir“.

Drei Frauen, die Mode lieben, und bisher zwei Läden betrieben haben, tun sich nun zusammen: Die Modemanufaktur „Liebesgruß“ am Ölberg von Anne Jonas-Ulbrich zieht zum 1. Mai mit in den Modeladen „17&wir“ von Kathi Kriatchko und Ilka Held am Laurentiusplatz. „Es war die logische Konsequenz“, sind sich die drei Frauen einig. Kooperationen gebe es schon länger und diese seien immer enger geworden. „Wir haben zusammen ausprobiert, was gut bei den Kunden ankommt“, sagt Kathi Kriatchko. Anne Jonas-Ulbrich sei der kreative Geist und die von ihr entworfenen Klamotten passten gut mit den besonderen Trends unter anderem aus Skandinavien oder den Niederlanden zusammen, die Kriatchko und Held von den Modemessen mitbringen. „Es passt auch zum Zeitgeist, sich zusammen zu tun, denn zusammen ist man stärker und kann sich besser neu orientieren“, ist Jonas-Ulbrich überzeugt.

Seit sieben Jahren betreibt die Designerin neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin die Modemanufaktur „Liebesgruß“ an der Ecke Sattlerstraße/Marienstraße am Ölberg – eine Mischung aus Modeladen, Modemanufaktur und Atelier. Entstanden sei der Laden eher aus Zufall. Nach einem von ihr geleiteten Schulprojekt über Drucktechnik sei damals die Frage aufgekommen, ob sie nicht auch ein Motiv auf ein Kleid drucken könne. Schritt für Schritt habe sich daraus ein eigenes Modelabel entwickelt. „Ich hatte nie ein fertiges Konzept und hätte nie geahnt, dass daraus ein eigenes Modelabel entsteht.“ Das Besondere daran: Jonas-Ulbrich kauft kleine Restposten auf und verwertet sie weiter. „Es geht um Nachhaltigkeit und darum, den Preis zu drücken“, erklärt sie. Die Mode werde auf Wunsch der Kunden in der Manufaktur für diese angefertigt. So habe sich ein Kreis aus Stammkunden entwickelt.

Das Trio will die Individualität
der Menschen fördern

Den Modeladen „17&wir“ an der Friedrich-Ebert-Straße gibt es seit sechs Jahren. Kathi Kriatchko war vorher im Einzelhandel in Dortmund tätig und über den Handball nach Wuppertal gekommen. „Ich wollte etwas Neues machen“, erklärt sie ihre Motivation. Ähnlich ging es Ilka Held, die nach eigenen Angaben „ein Wuppertaler Kind“ ist und lange in der Gastronomie tätig war. „Skeptiker haben damals gesagt, dass der Laden kein Jahr überlebt“, erinnert sich Kriatchko. Doch es kam anders – trotz der zwischenzeitlichen B7-Sperrung, die auch ihnen zu schaffen gemacht habe. Das Erfolgsrezept: Ausgesuchte Mode in kleinen Stückzahlen, intensive persönliche Beratung. Die beiden netzwerken viel, nehmen an Events im Viertel teil und kooperieren mit anderen Läden.

Die Kooperation mit Anne Jonas-Ulbrich wird ab Mai noch enger. Sie bekommt einen eigenen Bereich im Laden, in dem sie ihre Mode produzieren kann. Kunden können sich dann zu im Laden gefundener Mode noch etwas nach eigenen Vorstellungen herstellen lassen, so die Idee. Damit komme man dem Trend entgegen, dass immer mehr Menschen etwas Individuelles haben wollten. Und so könne man auch den großen Modeketten Paroli bieten, sind die Drei überzeugt.

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