Mobilitätswende in Wuppertal: Lernen von Oslo und Berlin

Wuppertal : Mobilitätswende: Lernen von Oslo und Berlin

Für Donnerstag lädt das Forum Mirke zum sechsten Stadtentwicklungssalon ein.

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich der sechste Stadtentwicklungssalon des Forum Mirke um Mobilität dreht. „Die Nordstadt ist prädestiniert fürs Zu-Fuß-Gehen“, sagt Mitorganisatorin Inge Grau. Für Projekte wie Car-Sharing am Beispiel Ölberg, Fahrradstraßen und ähnliches. „Doch das geht nicht nur uns an“, betont Grau. Mit der Frage „Wie kann die Mobilitätswende gelingen?“ ist der Stadtentwicklungssalon überschrieben. Am Donnerstag, 28. März, wird ab 19 Uhr in der Utopiastadt (Bahnhof Mirke) darüber diskutiert.

„Uns geht es einfach darum, dass immer weniger Leute mit dem Auto fahren“, erklärt Grau. „Das ist zwingend notwendig im Hinblick auf die Zukunft.“ Zu Fuß, per Rad und ÖPNV sollen sich die Leute bewegen. Doch Grau räumt ein, dass dies nicht für jeden möglich ist. Trotzdem sollen Veranstaltungen wie der Salon Möglichkeiten aufzeigen, wie dies so weit wie möglich gelingt.

Gast Dagmar Hoyer, Projektleiterin für die Planung der staatlichen Fahrradwege in Oslo, wird zum Beispiel erklären, wie die norwegische Hauptstadt 2019 zur „Europäischen Umweltstadt“ wurde, vor allem dank des Radkonzeptes. „Wie lässt sich zum Beispiel eine autofreie Innenstadt durchsetzen?“, fragt Grau. Der zweite Redner, Michael Schulte zeigt, wie durch die Aktivierung von bürgerschaftlichen Gruppen die Verkehrswende in Berlin angestoßen und die Politik dazu veranlasst wurde, ein Mobilitätsgesetz auf die Beine zu stellen. Ein Schlüssel dafür, so Grau, sei, dass die verschiedenen Institutionen in einer Stadt, die sich mit dem Thema Mobilität befassen, eng kooperieren. Unterschiedliche Ansätze zu verbinden, sei das Ziel. Grau hofft, dass sich im Anschluss an den Salon genau dafür auch Ideen entwickeln. Auch die Politik sei gefordert. Dass die zum Beispiel für die Planung der Neuen Friedrichstraße als Fahrradstraße grünes Licht gegeben habe, sei ein gutes Zeichen, so Grau.

Der Vorschlag hatte in der Vergangenheit allerdings auch Kritiker auf den Plan gerufen. Einige Anwohner monierten, dass dafür Parkplätze wegfallen werden. Grau betont allerdings, dass die Mobilitätswende nicht gegen Autofahrer gerichtet sei. „Wir müssen aber soweit kommen, dass Autofahrer Fahrradfahrer als vollwertige Verkehrsteilnehmer respektieren.“

Gespannt auf die Veranstaltung ist Thomas Kring, Ratsherr und Bezirksvertreter der SPD, der selbst im Forum Mirke aktiv ist. „Das sind zwei für Wuppertal eher untypische Blickwinkel aufs Thema“, sagt er mit Blick auf die vermutlich anderen Voraussetzungen in Oslo und Berlin. „Aber gerade deshalb finde ich es spannend, was davon hier vielleicht umsetzbar ist.“