Stadtentwicklung Mobiles Grün kommt 2024 in die Elberfelder City in Wuppertal

Wuppertal · Grüne und Sozialdemokraten setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag für mehr nachhaltige Aufenthaltsqualität ein.

In der Barmer Innenstadt wurden jüngst schon junge Bäumchen in großen Kübeln  aufgestellt.

In der Barmer Innenstadt wurden jüngst schon junge Bäumchen in großen Kübeln  aufgestellt.

Foto: Ja/Fischer, Andreas

Beim Klagegesang über den aktuellen Zustand der Elberfelder City bildet zumeist der Ärger über die Fernwärme-Baustellen den Kopfton. Doch auch die Atmosphäre insgesamt und die Ökologie dieses städtischen Raums haben sehr gelitten, sind sich die Fraktionen von SPD und Grünen in der Elberfelder Bezirksvertretung einig. In einem gemeinsamen Antrag, der auch in dem Gremium beschlossen wurde, sprachen sich beide Fraktionen dafür aus, das Grün zurück in die Innenstadt zu holen, genauer gesagt das Mobile Grün.

Die Bezirksvertreter haben
das Mikroklima im Blick

„Bedingt durch Baustellen wurden in den letzten Jahren zahlreiche Bäume und kleinere Grünflächen in der Elberfelder Innenstadt entfernt. Das ist nicht nur ein ökologischer Schaden, darunter leidet auch die Attraktivität und Aufenthaltsqualität besonders in der Fußgängerzone, aber auch auf Plätzen und Straßen“, begründen die beiden Fraktionen ihren Antrag und nennen den Neumarkt, den Wall und den Platz am Kolk als Beispiele. „Hinzu kommt, dass darunter das Mikroklima leidet und für den kommenden Sommer weitere Hitzeinseln in der Innenstadt zu erwarten sind“, so Anke Woelky von den Grünen und Soufian Goudi von der SPD. Eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken und die Aufenthaltsqualität aufzuwerten sowie Hitze-Vorsorge zu leisten, sei es, mobile Beete, Pflanzkübel und vertikal begrünte Elemente aufzustellen. „Mit der passenden Bepflanzung bieten sie Vorteile für das Mikroklima, liefern Schatten, haben Effekte für die Luftreinhaltung, mindern Lärm und steigern die Attraktivität der Umgebung“, erklären die Bezirkspolitiker und wissen: „Solche Begrünungen können auch dort aufgestellt werden, wo Leitungstrassen oder andere Hindernisse im Untergrund eine dauerhafte Bepflanzung erschweren oder verhindern.“

Ein weiterer Vorteil einer mobilen Begrünung sei der flexible Einsatz auf verschiedenen Plätzen und Straßenzügen. Den Fortgang der Fernwärme-Baustellen oder mögliche andere stadtplanerische Entwicklungen haben Grüne und SPD auch im Blick: Bei Bedarf können die Pflanzkübel und mobilen Beete an andere Orte in Elberfeld versetzt werden.

„Bei der Bepflanzung sollte darauf geachtet werden, dass möglichst endemische, pflegeleichte, insektenfreundliche und trockenheitsresistente Pflanzen zum Einsatz kommen. Außerdem fehlen in manchen innerstädtischen Bereichen nicht-kommerzielle Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten, so Woelky und Goufi in ihrem Antrag. Mobile Sitzbänke und Bäume oder Beete können unterschiedlich gruppiert werden, sodass sie bei Veranstaltungen auf unterschiedlichen Plätzen und Orten genutzt werden können.

Die Bezirksvertretung möchte, dass spätestens im Sommer 2024 die Attraktivität und Aufenthaltsqualität in der Elberfelder Innenstadt durch temporär aufgestellte mobile Grüninseln erhöht wird. Die Stadtverwaltung soll mögliche Standorte insbesondere auf dem Neumarkt und am Wall, aber auch im Bereich Poststraße/Alte Freiheit identifizieren“. „Der Verfahrensvereinfachung wegen kann sich hier an den bereits für Barmen geplanten Modellen orientiert werden“, so die Elberfelder Bezirksvertreter. In Barmen wurden im November schon junge Bäumchen in großen Kübeln am Alten Markt, dem Geschwister-Scholl- und dem Johannes-Rau-Platz aufgestellt. Die Finanzierung des mobilen Grüns in Elberfeld soll aus den bereits im Haushalt 2023 bereitgestellten Mitteln in Höhe von 50 000 Euro, aus GFG-Mitteln und nach Möglichkeit aus dem Projekt „Innen-Band-Stadt“ erfolgen.

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