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Mit der Schwebebahn zurück in die Zukunft

Kommentar : Zurück in die Zukunft

Ein Modellwechsel birgt bei Fahrzeugen jeder Art gewisse Risiken, denn jede Veränderung an einer bewährten Konstruktion zieht Folgen nach sich. Das haben nicht nur die Wuppertaler Stadtwerke mit ihrer hellblauen Schönheit aus Valencia, sondern gerade wieder einmal die Konstrukteure der roten Flitzer aus Maranello erfahren müssen.

So speziell  in seiner Bauweise wie ein Ferrari ist die Wuppertaler Schwebebahn allemal. Modifizierungen der Konstruktion und am Fahrwerk schlagen voll durch und können Kettenreaktionen auslösen. Im besten Fall wird man Weltmeister, im ungünstigsten Fall bleibt man schon in der Boxengasse stehen. Wenn sich ein Rennstall in eine falsche Richtung entwickelt, sollte die Einsicht einkehren, dass es sich nicht lohnt, Fehler immer weiter verbessern zu wollen. Fehler bleiben Fehler. An diesem Punkt scheinen die Stadtwerke angekommen zu sein, die zum Prinzip der Radreifen statt Vollräder zurückkehren, damit die gar nicht mehr so neuen Schwebebahnen endlich alltagstauglich werden. 1972 wurde diese Technik entwickelt und über Jahrzehnte mit Erfolg eingesetzt. Es braucht Stärke, um so viele Schritte zurück in die Zukunft zu gehen. Doch dieser Schritt zurück ist vielleicht der entscheidende, um die Schwebebahn zu retten. Vor allem zuverlässig sollte sie sein. Wer am Bahnsteig steht, der erwartet keinen Ferrari. Es reicht, wenn die Bahn innerhalb von fünf Minuten kommt.