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Missbrauch an der Grundschule: Lehrer streitet alles ab

Missbrauch an der Grundschule: Lehrer streitet alles ab

Am Freitag begann der Berufungsprozess gegen einen griechischen Deutschlehrer (58).

Wuppertal. Seit Freitag muss sich ein früherer Lehrer (58) der Griechischen Grundschule an der Uellendahler Straße wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht verantworten. Wie berichtet, war der Mann im März 2011 zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten samt Geldauflage von 1200 Euro und Schadenersatz an die Opfer verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft und der im Nordwesten Griechenlands geborene 58-Jährige hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Der Mann soll zwischen 2006 und 2008 mehrere Mädchen unsittlich angefasst haben. Die Schülerinnen der Griechischen Grundschule waren damals zwischen sechs und zehn Jahre alt. Viel wollte der Angeklagte — er lebt seit 1973 in Deutschland bei seinen Eltern — gestern zu den Vorwürfen zunächst nicht sagen. Er formulierte lediglich den Satz: „Ich habe nichts damit zu tun.“

Für das mehrtägige Berufungsverfahren hat das Landgericht 19 Zeugen geladen. Im Zuge der Ermittlungen, die 2009 begannen, wurden laut Gericht insgesamt 28 Kinder vernommen. Zwei Gutachten wurden für das Berufungsverfahren in Auftrag gegeben — unter anderem über die Glaubwürdigkeit der mutmaßlichen Opfer. Gestern hieß es, dass von den fünf Mädchen nur drei befragt werden konnten: Ein Mädchen habe sich geweigert, ein anderes sei nicht auffindbar gewesen.

Wie berichtet, war der Lehrer — eine pädagogische Ausbildung hat er nicht — nach erst aus dem Schuldienst und dann aus einer Anstellung beim griechischen Generalkonsulat in Düsseldorf entfernt worden.

Am Freitag legte der Rechtsanwalt, der als Nebenkläger die Eltern zweier Mädchen vertritt, einen an die mutmaßlichen Opfer adressierten anonymen Brief vor, in dem von falschen Aussagen und einer unschuldigen Person die Rede ist, die nicht auf ihren Arbeitsplatz zurückkehren darf. Die Herkunft des Briefes ist unklar.

Im Prozess vor dem Amtsgericht hatte sich der Lehrer als Opfer eines Komplotts gesehen: „Die Kinder sind angestiftet worden.“ Das Gericht teilte diese Ansicht damals nicht. Die Aussagen der Kinder seien authentisch gewesen. Der Prozess wird fortgesetzt.