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Mirker Hain: Ein Spaziergang durch das Erbe der von der Heydts

Wuppertal : Mirker Hain - das Erbe der von der Heydts

Die Familie und der Elberfelder Verschönerungsverein legten den Hain einst an. Aktuell ist er der Park des Monats.

Den Mirker Hain kennt Manfred Blum bestens. „Das ist mein Hauptspazierweg“, sagt der Uellendahler. Und am kommenden Sonntag nimmt er interessierte Bürger mit. Denn der Mirker Hain ist „Park des Monats“. Für Blum eine Premiere als Wanderführer. Aber als die Initiatoren der Veranstaltungsreihe ihn gefragt hätten, „habe ich natürlich zugesagt“. Denn wie Michael Felstau und Klaus-Günther Conrads schon gegenüber der WZ betont hatten, sei der Mirker Hain ein Musterbeispiel, was bürgerschaftliches Engagement angeht.

Über den Einsatz des Bürgervereins Uellendahl hatte sich dort die Parkhilfe Mirker Hain gegründet. Ein Glücksfall, sagen Felstau und Conrads heute. Denn die Parkanlage, die einst der Elberfelder Verschönerungsverein der Stadt geschenkt hatte, lag im Dornröschenschlaf. Dank Blum, der die Parkhilfe ins Leben gerufen hat, sind nun regelmäßig Ehrenamtler im Mirker Hain unterwegs.

„Ich hatte das damals vorgeschlagen. Und wie das so ist, wer was vorschlägt, hat es meist auch direkt am Bein“, sagt er und lacht. Zwei Mal im Jahr stehen nun Aktionswochenenden an, an denen die Anlage in Schuss gebracht wird. „Am letzten August- und am ersten September-Wochenende ist es wieder soweit“, blickt Blum schon einmal voraus. Und auch sonst ist die Parkhilfe immer wieder dort unterwegs.

Über mangelnde Arbeit können er und seine Mitstreiter jedenfalls nicht klagen. Das Starkregenereignis im vergangenen Jahr hat seine Spuren hinterlassen. Ein Weg sei immer noch nicht begehbar. Um den kümmere sich aber die Stadt. Den Rest habe die Parkhilfe schon auf Vordermann gebracht. Zwei Mal 16 Tonnen Mineralgemisch für die Wege hatte die Stadt dafür der Initiative zur Verfügung gestellt, erinnert sich Blum.

Das aktuelle Engagement, so Blum, schlage eine Brücke zur Entstehung des Hains, der auf den 1870 gegründeten Elberfelder Verschönerungsverein und vor allem die Familie Von der Heydt zurückgeht. Landschaftsgärtner schufen im 19. Jahrhundert extra Erhöhungen, damit die Spaziergänger die Aussichten noch besser genießen können, so hieß es damals. Es gab mehr Teiche als heute, dazu noch Brücken. An Selma von der Heydt erinnern zum Beispiel noch die Selma-Steine, die August von der Heydt 1895, zum 25-jährigen Bestehen des Verschönerungsvereins, verlegen ließ und die teilweise der Bürgerverein nach Jahrzehnten wieder freilegte. Der Richard-Wagner-Platz, den die von der Heydts als glühende Verehrer des Komponisten einrichteten, existiert ebenfalls noch heute. In den 50er Jahren löste sich der Verschönerungsverein allerdings auf, der Mirker Hain ging in den Besitz der Stadt über.

Die Historie spiele auch bei seiner Wanderung eine Rolle, sagt Blum, der aber natürlich die Gegenwart nicht vernachlässigen will. In Zeiten leerer städtischer Kassen sei privates Engagement wie im Mirker Hain wichtig. „Das gilt für ganz Wuppertal.“ Die Stadt hebt den Einsatz ihrer Bürger regelmäßig hervor, doch Kritiker monieren, dass es sich die Verwaltung mit dem immer wiederkehrenden Hinweis auf fehlende Finanzen und Personal zu einfach mache. Auch Blum warnt davor, „dass, wenn Bürger sehr viel selbst tun, die Stadt sich aus der Verantwortung zieht“.

Wuppertal sei allerdings auch in einer schwierigen Situation, vor allem personell. Das werde, so Blum, auch bei den regelmäßigen Treffen deutlich. „Die würden gerne mehr machen“, ist er überzeugt. Der Bürgerverein dränge bei einigen Themen, dann werde auch reagiert. Denn auch wenn die Parkhilfe viel bewege, könne und dürfe sie nicht alles machen. „Dass wir Bäume fällen, ist zum Beispiel nicht erlaubt“, erklärt Blum.

Die Zusammenarbeit sei jedenfalls sehr gut und vertrauensvoll. Was die Ansprechpartner angehe, „ist der Mirker Hain schon etwas Besonderes“. Denn westlich der Vogelsangstraße ist das Gelände als Wald ausgewiesen, damit der Förster Anlaufsstelle für die Parkhilfe. Östlich der Vogelsangstraße ist der Mirker Hain dagegen Parkanlage und damit das Ressort Grünflächen zuständig.

Treffpunkt ist am kommenden Sonntag, 14 Uhr, am Eingang Westfalenweg neben der früheren Gaststätte „Fuchspark“. Dann wird Blum auch die Frage beantworten: „War Richard Wagner jemals im Mirker Hain?“