Mini Cup: Mit vollem Einsatz auch bei Regen

Mini Cup: Mit vollem Einsatz auch bei Regen

Zwölf Kitas von 19 privaten Trägern traten auf dem Platz am Gelben Sprung gegeneinander an. Der Cup ging an Ronsdorf.

Wuppertal. Zwar kitzelten die viel zu langen Fußballhosen manch einem der Kicker am Knöchel, aber derlei Widrigkeiten waren den Rackern schnurzegal. Überhaupt blieben die oftmals peinlichen Attitüden der Profisportler abseits vom Spielfeldrand, als sich am Donnerstag über 120 Drei- bis Sechsjährige zum Mini-Cup der Wuppertaler Kindergärten am Gelben Sprung trafen.

"Wir organisieren den Cup nun schon zum sechsten Mal", sagt Ivonne Sander, Managerin beim Stadtbetrieb der Kindertageseinrichtungen, und schaut besorgt zum Himmel. "Ein Mal mussten wir wegen des Regens vor dem Endspiel abbrechen." Auch jetzt ist der Rasen schon gut durchweicht, aber die Stimmung bleibt ungetrübt.

Christiane Kabach, Leiterin der Kita Simonsstraße, bringt dazu ihre Mädels in Stellung, und schon heizt die Gruppe der Cheerleaders den Fußballjungs ein. "Die klassische Rollenverteilung schlägt eben immer wieder durch", seufzt Ivonne Sander.

Emily trägt hingegen keinen Cheerleader-Fummel, sondern das Trikot der "Rotter Kickfüße" aus der Annabergstraße und ist bereit, auf dem Platz ihren Mann zu stehen. "Wenn jemand ausgewechselt wird", sagt der Opa. Emilys Aufgabe besteht vorerst darin, das Maskottchen zu hüten, einen mächtigen Teddybären, der die Kleine um Ohrenlänge überragt. "Der hat keinen Namen, der heißt Maskottchen", sagt Emily und knabbert an einer Möhre.

"Jetzt wird mal nichts mehr gegessen", lautet dann die Anweisung der Trainerin, denn die "Kickfüße" werden auf dem Platz erwartet. "Die wilden Kerlen" aus der Einrichtung Im Kämpchen lassen schon ihren Schlachtruf ertönen: "Zicke zacke", nein, nicht Hühnerkacke.

Da beide Mannschaften Blau tragen, müssen die "Kickfüße" mit einem Handicap ins Rennen gehen und einen gelben Umhang tragen. Zehn Minuten dauert das Spiel, die Strategie ist klar: immer feste drauf auf den Ball, auch wenn manchmal die eigenen Leute im Weg stehen.

"Bei den Mannschaften, die zum zweiten Mal teilnehmen, bemerkt man schon, dass sich ein besseres Raumgefühl entwickelt", kommentiert Ivonne Sander und hält den Atem an. Gut freigespielt, sauber den Ball abgegeben, Tor! Doch das 2:1 für die "Kickfüße" reicht nicht, um nach der Pleite im ersten Spiel noch ins Finale zu kommen. "Ist egal", lautet die Devise der Kleinen. Fragt sich nur, wie lange noch.

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