Michael Feindler: „Bis 2012 will ich vom Kabarett leben können“

Michael Feindler: „Bis 2012 will ich vom Kabarett leben können“

Der Wuppertaler Jung-Kabarettist Michael Feindler blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Jetzt tritt er wieder im Tal auf.

Seit zwei Jahren lebt der Wuppertaler Michael Feindler in Berlin und studiert dort Philosophie und Politikwissenschaften. Sein Ziel ist allerdings eine Karriere als hauptberuflicher Kabarettist. Am Freitag, 8. April, zeigt er um 20 Uhr im Live Club Barmen sein Soloprogramm „Alleine unter Menschen“ mit vielen neuen Nummern. Vorab sprach die WZ mit ihm über das Leben zwischen Bühne und Hörsaal.

Wie ist es in Berlin?

Michael Feindler: Es war definitiv die richtige Entscheidung, nach Berlin zu ziehen. Dort ist zwar alles hektischer, aber das Angebot ist viel größer. Man kann viel aufsaugen — es gibt 180 Kulturstätten und die meisten davon bieten Studentenpreise an.

Wie oft treten Sie derzeit auf?

Feindler: Ich versuche, jede Woche auf der Bühne zu stehen — mindestens auf einer offenen Bühne. In Schöneberg gibt es die Scheinbar, die viermal pro Woche eine offene Bühne anbietet. Dort kann ich neue Nummern vor immer neuem Publikum ausprobieren. Und auch für das Netzwerken ist das dankbar.

Wie kommt die Karriere voran?

Feindler: Vergangenes Jahr habe ich den Nachwuchspreis „Fohlen von Niedersachsen“, verliehen vom TAK in Hannover, bekommen. Der Veranstalter hatte mich bei einer Lesebühne angesprochen. Ich gehörte dann zu den acht Nominierten, die an zwei Abenden aufgetreten sind. Publikum und Jury haben gemeinsam entschieden. Neben dem Preisgeld sind vor allem die vier Soloauftritte toll, die ich im TAK erhalte. Außerdem habe ich den Bochumer Kleinkunstpreis gewonnen.

Bekommen Sie dadurch auch mehr Auftritte?

Feindler: Zum Jahresende habe ich deutlich mehr Auftritte, auch auf größeren und bekannteren Bühnen. So trete ich im Herbst etwa im Bonner Pantheon-Theater auf. In Dresden gestalte ich alle drei Monate mit zwei Kollegen zusammen die Late-Night-Show „Spätzünder“. Und am 14. April hat ein Duo-Programm „Die Grenzen des Schlagers“ Premiere, das ich zusammen mit Sarah Hakenberg gestalte.

Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Feindler: Wir haben uns bei einem Textdichter-Seminar „Celler Schule“ der Gema-Stiftung kennengelernt und festgestellt, dass wir gut zusammen schreiben können. Das Programm ist eine Satire auf Schlager.

Kommen Sie denn noch zum Studieren?

Feindler: Ja, sporadisch — aber auf der Prioritätenliste steht das nicht ganz oben. Ich habe mir eine Deadline im Sommer 2012 gesetzt — wenn ich dann merke, dass ich in absehbarer Zeit nicht davon leben kann, überlege ich neu. Aber es sieht ganz gut aus. Ende des Jahres plane ich auch das nächste Solo-Programm. Das soll dann Anfang 2012 in Wuppertal Premiere haben.

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