Meinung zur Pannenserie der Schwebebahn: Es reicht langsam

Meinung : Pannenserie der Schwebebahn - Es reicht langsam

Mehr als 20 Jahre haben die Wuppertaler es hingenommen, dass ihre Schwebebahn nur sporadisch und an Wochenenden sowie in den Ferien mitunter gar nicht fuhr.

Auch die Wunden vernarben langsam, die jener furchtbare 12. April 1999 geschlagen hat, an dem fünf Menschen durch den Absturz eines Wagens ums Leben kamen. Und selbst die größten Kritiker des Komplett-Neubaus eines der berühmtesten Verkehrsmittel der Welt sind mittlerweile verstummt. Alle haben aufgeatmet, als sich nach fast einem Jahr Stillstand zuletzt der erste Wagen wieder in Bewegung setzte. Aber dennoch ist nichts wie es war. Die Pannenserie, das Stehen mitten auf der Strecke, die geringere Zuverlässigkeit und das nicht eingelöste Versprechen, durch kürzere Taktzeiten mehr Menschen befördern zu können, schlagen langsam aufs Gemüt.

Die Fehler sind seit langem bekannt, nun wird es höchste Zeit, dass sie behoben werden – und das selbstverständlich auf Kosten des Herstellers. Alles andere schlüge dem Fass den Boden aus. Es reicht langsam.

Ein Kommentar von Lothar Leuschen. Foto: Schwartz, Anna (as)
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