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Meinung: Es hat sich ausgeböllert

Feuerwerk-Verbot an Silvester : Es hat sich ausgeböllert

Nur ein Appell an die Vernunft hilft nicht. Es muss ein konkretes Verbot geben, ganz oder gar nicht, meint Manuel Praest.

Viel Geld, das sinnvoller angelegt werden könnte, der Schutz der Tiere, eine Entlastung für die Umwelt – Argumente gegen die Knallerei zum Jahreswechsel gab es schon in der Vergangenheit genug. Und dieses Silvester sorgt Corona dafür, dass Feuerwerk-Fans kaum noch was einfallen dürfte, ihren Spaß argumentativ zu verteidigen – außer dem in Pandemie-Zeiten oft gehörten „Ich lass mir doch nicht alles verbieten.“

Doch, in diesem Jahr bleibt kein Platz für Knallerei. Viele Krankenhäuser ächzen jetzt schon. Und auch wenn von Klinikseite betont wird, dass trotz der wahrscheinlich wieder zahlreichen Opfer von Böllern und Alkohol der zusätzliche Aufwand irgendwie gestemmt werden kann, muss man sich fragen, warum den Krankenhäusern nicht eine Entlastung gegönnt werden sollte?

Allein ein Appell an die Vernunft, das haben die bisherigen Pandemie-Erfahrungen gezeigt, hilft jedenfalls nicht. Viele würden sich daran halten, viele aber auch nicht. „Ein bisschen Böllern“ ist auch schwierig. Entweder ganz oder gar nicht. In diesem Jahr muss einmal eine Zwangspause eingelegt werden. Ein so bescheidenes Jahr 2020 hat es eigentlich auch gar nicht verdient, farbenfroh verabschiedet zu werden. Einfach Schluss, und gut ist. Und im kommenden Jahr wird dann geschaut, ob die Raketen wieder fliegen können.