Mehr feste Jobs in Wuppertal - aber auch mehr Arbeitslose

Mehr feste Jobs in Wuppertal - aber auch mehr Arbeitslose

Zwar steigt im Jahr 2012 die Zahl des sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, doch die Dynamik ist raus.

Wuppertal. Es sind drei wesentliche Aspekte, die den Wuppertaler Arbeitsmarkt des Jahres 2012 prägten: Für Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit, ist das erstens die Tatsache, dass der Arbeitsmarkt deutlich an Dynamik verloren hat, die Arbeitgeber also weniger neue Stellen melden. Zweitens ist aber auch in Wuppertal die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten leicht gestiegen. Und drittens ist der Ausbildungsmarkt leicht rückläufig.

Dabei hatte sich die Entwicklung in Wuppertal von der in NRW abgekoppelt: In NRW liegt die Arbeitslosenquote bei 7,9 Prozent, in Wuppertal hingegen bei 11,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Dezember 2011 waren es 10,6 Prozent.

Noch deutlicher ist die Diskrepanz, wenn man die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2012 mit der im Dezember 2011 vergleicht. Im Bund legt diese Zahl um 1,4 Prozent zu, in NRW um 4,8 — und in Wuppertal um satte 13,2 Prozent. Im Jahresdurchschnitt beträgt dieser Zuwachs in Wuppertal immer noch 9,1 Prozent; in Solingen sind es 5, in Remscheid 4 Prozent.

Zudem suchen mehr Menschen eine Arbeit, als es in der Statistik ausgewiesen ist. Zählt man alle Personen, die im Dezember eine Erwerbstätigkeit anstrebten, zu den gesetzlich definierten Arbeitslosen von 20.860 (2480 mehr als im Vorjahresmonat) in Wuppertal hinzu, so ergibt sich nach Angaben von Klebe eine Zahl von gut 25.840 Personen.

Gleichwohl ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um gut 590 auf 114.220 gestiegen. 22.400 davon sind in Teilzeit (aber mehr als 15 Stunden pro Woche) beschäftigt. Tatsächlich steigt der Anteil dieser Gruppe an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlicher, von einer Verdrängung zugunsten der Teilzeitbeschäftigung kann den Zahlen zufolge aber keine Rede sein.
Offene Stellen? Davon gibt es im Dezember nicht einmal 490. Das sind fast 19 Prozent weniger als im Dezember des Jahres 2011. Und das ist der niedrigste Wert seit Februar 2010.

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