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Medienprojekt Wuppertal fördert die Auseinandersetzung mit Rassismus

Filmprojekt : Medienprojekt fördert mit Filmen die Auseinandersetzung mit Rassismus

In Elberfeld gab es jetzt den Startschuss für ein neues Filmprojekt. Das Thema hat mit der Überschrift „Black lives matter“ einen aktuellen Bezug.

„Ich möchte die Sicht der Leute über Diskriminierung ändern“ – Dania Al Dawamneh hat sich gemeinsam mit anderen Interessierten im Medienprojekt Wuppertal einem Filmprojekt gegen Rassismus angeschlossen. In der Überschrift „Black Lives Matter“ liegt zwar Aktualität, doch Medienprojekt-Geschäftsführer Andreas von Hören betont: „Rassismus ist kein neues Phänomen, wir machen seit unserer Entstehung Filme dagegen.“ Der entscheidende Impuls liege im Sinn für Gerechtigkeit. Mit Blick auf Diskriminierung jedweder Form sagt er: „Es ist schlicht ungerecht, dass der eine unbeschwert leben kann und der andere drangsaliert wird.“

Projekt soll politische Meinungsbildung unterstützen

Mit den Filmen gegen Rassismus soll dem konkret entgegengewirkt werden. Von Hören erklärt: „Wir möchten einerseits Weiße für das Thema sensibilisieren und andererseits Schwarzen eine selbstbestimmte Stimme geben.“ Allgemein möchte der Medienpädagoge junge Menschen „bei der politischen Meinungsbildung unterstützen“. Es sei wichtig, sich aktiv einzubringen.

Wie das gelingen kann, hat das Medienprojekt Wuppertal jüngst unter Beweis gestellt. Drei Kamerateams waren bei der „Black Lives Matter“-Demonstration in Düsseldorf, um daraus einen Film entstehen zu lassen, in dem die Protestierenden zu Wort kommen. „Wir versuchen, Entwicklungen aufzunehmen“, erläutert von Hören.

Diese Entwicklungen beschäftigen auch die Teilnehmer. Dania Al Dawamneh fährt fort: „2020 betreffen uns viele Probleme wie Klimawandel oder Corona. Deshalb müssen die zwischenmenschlichen Beziehungen besser werden, denn darüber haben wir die direkte Macht.“ Sie appelliert daran, diese Macht zu nutzen und bewusster mit dem Thema umzugehen: „In jeder Position, ob als Eltern, Lehrer oder im Umgang mit den Leuten in der Umgebung, sollte jeder Mensch verantwortungsvoll sein.“ Für die eigenen Überzeugungen seien alle selbst verantwortlich.

Maman Salissou Oumarou ist freier Mitarbeiter des Medienprojekts und unterstützt bei der Umsetzung der Filmideen. Sein Ziel ist es, „die deutsche Mehrheitsgesellschaft hinterfragen zu lassen, woher Rassismus kommt“. Es müsse ein Bewusstsein darüber geben, das verstehen lässt: „Privileg beruht auf einer Lüge“, sagt Oumarou und meint etwa die fälschliche Konstruktion der „Rassen“. Wichtig ist ihm eine Auseinandersetzung eines jeden Menschen mit dem Thema. Die fertigen Filme sollen im Spätsommer, wie für das Medienprojekt üblich, im Kino gezeigt werden.