OB-Wahl: „Maßstab ist der Mensch“

OB-Wahl : „Maßstab ist der Mensch“

Am Sonntag wird gewählt. Heute beantwortet Beate Petersen (WfW) den WZ-Fragebogen. Morgen ist als Letzter der OB-Kandidaten Marc Schulz von den Grünen an der Reihe.

Was machen Sie am 14. September?

Beate Petersen: Habe bereits einen Urlaubstag zum Reflektieren genommen, abends geht’s ins politische Kabarett. Amtsübergabe ist erst später.

Was wird Ihre erste Entscheidung als Oberbürgermeisterin sein?

Petersen: Prüfen: Sind seit Jahren umstrittene Großprojekte tatsächlich zukunftsfähig und im Sinne der Wuppertaler? Müssen diese so unnachgiebig und kurzsichtig durchgeboxt werden?

Wenn Sie OB werden: Was ist das Erste, das Sie in Ihr Büro stellen/hängen?

Petersen: Kleines solarbetriebenes Windrad aufstellen, damit Klimagerechtigkeit/erneuerbare Energie begreifbar wird und auch einen Platz für unseren Hund (Husky) einrichten.

Welches ist Ihr Hauptthema in der Kommunalpolitik?

Petersen: Gemeinsame Vision: verantwortungsvoll leben und wirtschaften (Gemeinwohlökonomie/-Kriterienkatalog) mit regionaler Wertschöpfung (zum Beispiel Umwelttechnik, Energieeffizienz und erneuerbar) und Beteiligung vieler Bürger.

Gibt es für Sie ein Vorbild im Amt des Oberbürgermeisters? Wenn ja, warum?

Petersen: Richard von Weizsäcker, ehemaliger regierender Bürgermeister von Berlin — ein Politiker mit festem Willen, Werten, Prinzipien und Visionen.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister anders machen als Ihre Vorgänger?

Petersen: Maßstab ist der Mensch! Bürger nicht nur informativ, sondern frühzeitig mitgestaltend beteiligen — im Trialog, Politik von Bürgern, Parteien und Verwaltung!

Wer ist zurzeit für Sie der wichtigste Deutsche?

Petersen: Der Ehrenamtler, engagiert für Mensch und Mitwelt.

Womit lenken Sie sich nach einem anstrengenden Arbeitstag ab?

Petersen: Mit guten Gesprächen, Kunst und Kultur. Tiefenentspannung bringen mir der Garten und Hundespaziergänge durch Wälder und Parks.

Mit welchem Ihrer Kontrahenten würden Sie einen Abend verbringen und warum?

Petersen: Marc Schulz, um den Übergang in nachhaltiges Wirtschaften mit ebensolchen Konsum-/Lebensstilen, Energie-/Mobilitätswende in Wuppertal im Gesamtkontext zu planen.

Wohin gehen Sie, wenn Sie Wuppertal in Ruhe genießen wollen?

Petersen: In Wuppertaler Parks, Wälder und an Gewässer — zum Beispiel Hardt, NSG Hasenkamp/Junkersbeck, Beyenburger Stausee, Ronsdorfer Talsperre, Außenbereiche der Trasse.

Wann waren Sie das letzte Mal im Theater oder in der Oper?

Petersen: Im Frühsommer: Die Wupper, Start im Theater am Engelsgarten und mit wechselnden Spielorten. Davor mehrfach im Tanztheater Pina Bausch!

Wann sind Sie das letzte Mal Schwebebahn gefahren?

Petersen: Am Wochenende zu den Wahl-Infoständen in den Wuppertaler Zentren — und wann immer ich mich auf der Talachse bewege — auto-/staufrei!

Was unterscheidet Wuppertal von Solingen und Remscheid?

Petersen: Wuppertal ist meine Heimatstadt — hier bin ich zu Hause, des Weiteren Schwebebahn und Zoo. Ich sehe auch viele Gemeinsamkeiten und Verbindendes.

Warum ist es in Wuppertal schöner als in Düsseldorf?

Petersen: Für mich ist beides schön, weil es sich gut ergänzt. Ich wohne in Wuppertal und arbeite in Düsseldorf — beides gern!

Klassik, Jazz oder Rock/Pop?

Petersen: Klassik (zum Beispiel Bregenz/Seebühne) und auch die gesamte kreative Wuppertaler Musikszene, die alles bietet!

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Petersen: Verbietet das Bauen - von Daniel Fuhrhopp — aktuelle Buchvorstellung: die Streitschrift eines gebürtigen Wuppertalers für Altbausanierung und gegen Neubauwahn und Ressourcenverschwendung.

Kaviar oder Currywurst?

Petersen: Keins von beidem — stattdessen saisonales/regionales Gemüse — zum Beispiel Spargel und Kräutersaiblinge.

Was ist Ihr Lieblingsreiseziel?

Petersen: Nordsee (Nordfriesland) und Costa Rica — in der Natur kann ich gut entspannen, treffe nette Menschen und gewinne interessante anregende Eindrücke.

Welchem Fußballklub drücken Sie die Daumen?

Petersen: Unserem WSV wünsche ich eine erfolgreiche Zukunft, talentierte Nachwuchsspieler und stets eine begeisterte Fangemeinde im Stadion am Zoo!

Wein oder Bier?

Petersen: Wein (rot, trocken, aus Frankreich) — sonnengereift, konventionell hergestellt. Am liebsten im südfranzösischen Bergdorf am warmen Sommerabend genießen.

Ein perfekter Abend in Wuppertal sieht bei mir so aus:

Petersen: Zeit haben und mit Familie oder Freunden verbringen, gute Gespräche und leckeres Essen, gerne am Teich oder Kamin.

Was ist das Wichtigste, das Ihre Eltern Ihnen mit auf den Weg gegeben haben?

Petersen: Traditionelle Werte wie Empathie, Ehrlichkeit, Eigeninitiative, Gerechtigkeitssinn, Respekt, Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit, Lebensfreude, Kreativität und Selbstbewusstsein!

Mehr von Westdeutsche Zeitung