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Martin Klebe: Der Arbeitsmarkt wird sich 2011 weiter erholen

Martin Klebe: Der Arbeitsmarkt wird sich 2011 weiter erholen

Der Chef der Wuppertaler Arbeitsagentur spricht über Trends auf dem Arbeitsmarkt und die Umstrukturierung seiner Behörde.

Herr Klebe, derzeit verharrt die Arbeitslosigkeit in Wuppertal bei einer Quote von etwa elf Prozent. Sehen Sie eine Chance, dass die Quote dieses Jahr noch auf unter zehn Prozent sinkt?

Klebe: Ich bin eher skeptisch, ob die zehn Prozent erreicht werden. Wir haben sicherlich noch einen weiteren Rückgang in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten. Aber die Dynamik des Vorjahres ist dieses Jahr nicht mehr im Markt.

Die Konjunktur kühlt ab, wirkt sich das auf den Arbeitsmarkt im Bergischen Land aus?

Klebe: Im Moment noch nicht, wir haben keine Signale aus Unternehmen, dass dort bereits über starke Auftragsrückgänge geklagt wird.

Bedeutet das, dass die Konjunktur im Bergischen noch rund läuft?

Klebe: Ja.

Wo sehen Sie den Wuppertaler Arbeitsmarkt im nächsten Jahr um diese Zeit?

Klebe: Das hängt sehr stark davon ab, wie sich die Konjunktur entwickelt, ob es kurzfristige Einflüsse auf den Arbeitsmarkt gibt. Aber tendenziell sehe ich den Arbeitsmarkt weiter leicht im Aufwind. Dazu muss die Konjunkturentwicklung jedoch positiv bleiben.

Bedeutet das, in Wuppertal steigt die absolute Zahl der Jobs? Oder gibt es andere Indikatoren, die dafür sorgen, dass die Arbeitslosigkeit sinkt?

Klebe: Bei positiver Konjunktur werden weitere Jobs entstehen. Es wird jedoch zunehmend auch der Effekt auftreten, dass ältere Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben aussteigen — und zwar mehr, als neue Arbeitnehmer hinzukommen.

Also gehen mehr Menschen in Rente, als junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen?

Klebe: Exakt.

Bedeutet dies, dass es einen Facharbeitermangel im Bergischen Land gibt?

Klebe: In einigen Branchen, wie etwa dem Pflegebereich, haben wir in der Tat Schwierigkeiten, freie Stellen zeitnah zu besetzen. Diese Vakanzen gibt es auch im Ingenieurs- und Medizinbereich. Das gilt auch für den gehobenen Facharbeiter im Bereich Metallverarbeitung und im Elektrogewerbe.

Dann wäre es jetzt doch angebracht, dass die Unternehmen stärker ausbilden, oder?

Klebe: Das machen sie auch. In Wuppertal wurde von der IHK signalisiert, dass die Zahl der Ausbildungsverträge deutlich zunimmt. Die Wirtschaft ist dabei, dieses Thema anzupacken.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Samstagsausgabe der WZ Wuppertal.