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Marode Straßen: Fallen bald die Ampeln aus?

Marode Straßen: Fallen bald die Ampeln aus?

Auch die Signaltechnik der Stadt läuft am Limit: Von 350 Ampeln gelten 160 als technisch problematisch. Gefährlich können auch defekte Kontakte im Asphalt werden.

Wuppertal. Noch ist bei den 350 Wuppertaler Verkehrsampeln alles im grünen Bereich — aber das kann sich in Zeiten leerer Kassen, baufälliger Straßen und alter Technik schnell ändern. Das wurde jetzt im Verkehrsausschuss deutlich, als es um den Umbau und die Wartung der Ampel-Anlagen ging.

Während an der Autobahnkreuzung Schmiedestraße in diesem Jahr eine neue Anlage installiert wird (die WZ berichtete), sind es vor allen Dingen die 160 städtischen Ampeln der Baujahre 1982 bis 2002, die den Signaltechnikern der Stadt Sorgen machen wie Johannes Blöser, Abteilungsleiter beim Verkehrsressort, auf WZ-Nachfrage berichtet.

Das Problem ist dabei nicht personeller, sondern in erster Linie technischer Art: Während sich bei der Stadt nach wie vor 26 Mitarbeiter um die Wuppertaler Straßenverkehrstechnik kümmern, werden die Reparaturen gerade der älteren Ampeln in den nächsten Jahren zur Herausforderung: Können bei den Ampeln der Baujahre ab 2003 bei einer Störung elektronische Komponenten einzeln ausgetauscht werden, ist bei älteren Ampeln oft das komplette Steuergerät zu ersetzen. Und das ist teurer und mit großem Aufwand verbunden.

Jenseits der Altbestände geht es auch auf den Straßen selbst ans Eingemachte — im wahrsten Sinne des Wortes: Bei der Diskussion um beschädigte und verschlissene Straßen dürfe nicht vergessen werden, dass davon stadtweit auch 2000 Ampel-Kontaktschleifen in Fahrbahnen betroffen sind, sagt Blöser. Funktionieren diese nicht mehr richtig, könne es an Ampel-Kreuzungen zu Störungen kommen.

Größere Ausfälle von Anlagen seien in Zukunft jedenfalls nicht mehr auszuschließen, hieß es im Ausschuss. Man setze alles daran, den Betrieb zu sichern, stoße aber bei Störungen — wie etwa vor kurzem an der Kreuzung Bachstraße/ Höhne nahe der Werther Brücke — mittlerweile an die Grenzen.

Hinzu kommt, dass die Stadt auch beim Betrieb ihrer Ampeln — wie bei den Brücken — Prioritäten setzen muss: Das bedeutet, dass wenig genutzte Anlagen abgebaut werden, um Wartungs- und Betriebskosten zu sparen. Dazu arbeitet die Stadt an einer noch internen Liste mit sechs Überwegen, die auch mit betroffenen Schulen abgestimmt werden soll.

Bereits beschlossen ist der Abbau der Ampel am Überweg Märkische Straße/DuPont — dort allerdings noch verbunden mit dem alternativen Betrieb eines Ampel-Überwegs südlich der Einmündung Markland. In anderen Fällen sollen die Ampeln verschwinden — ersatzlos.

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zuflussregelung Zuständig für die Ampeln an den Autobahn-Auffahrten ist der Landesbetrieb Straßen NRW. Mit ihm stehen die Signaltechniker der Stadt Wuppertal — nach ersten Abstimmungsproblemen — mittlerweile in kurzem Telefonkontakt, wenn es um technische Nachbesserungen oder auch um Rückstaus ins Straßennetz der Stadt geht, wie beispielsweise in Barmen.

Barmen Auch die Stadt sieht an der Auffahrt Barmen keine Alternative zur sogenannten Zuflussregelung, um die Verkehrsmassen in den Griff zu bekommen: Die Ampel kann pro Stunde 450 Grünphasen für jeweils zwei Fahrzeuge schalten — stündlich passieren laut Stadt 860 bis 890 Fahrzeuge Auffahrt zur A 46. Auch in Zukunft könne man Rückstaus bis zur Hatzfelder Straße nicht ausschließen. Mittlerweile läuft das System im Regelbetrieb. mel