Markus Gerlach wurde ein neues Leben geschenkt

Markus Gerlach wurde ein neues Leben geschenkt

600 Feuerwehrmänner ließen ihr Blut überprüfen – um einem jungen Kollegen das Leben zu retten.

Wuppertal. In dieser Woche feierte Markus Gerlach seinen "zweiten Geburtstag". Noch vor einem Jahr um die Osterzeit lag der Wuppertaler im Krankenhaus und hatte eine schwere Operation vor sich. Währenddessen bangten seine Kollegen um sein Leben. Nun haben die Feuerwehrleute Markus wieder in ihrer Mitte.

Die Geschichte des 29-jährigen Mannes handelt von einer schlimmen Krankheit, rührender Unterstützung und Solidarität. Sie beginnt im Februar 2006, als der damals 25-jährige Markus Gerlach eine Ausbildung zum Brandmeister bei der Wuppertaler Berufsfeuerwehr beginnt. Dass ihm die Unterstützung seiner Kollegen einmal die Kraft geben wird, eine oft tödliche Krankheit zu überstehen, konnte er damals noch nicht ahnen. Auch nicht, als er im August 2007 seine Laufbahnprüfung abschloss.

Danach arbeitete Markus Gerlach ganz regulär bei der Wuppertaler Feuerwehr. Er fuhr Einsätze mit den Kollegen und fand schnell Freunde unter ihnen. Alles verlief ganz normal - bis zum 13. November: An diesem schicksalsvollen Tag ändert sich das Leben von Markus Gerlach schlagartig. Die erschütternde Diagnose: Leukämie.

"Ich war fassungslos. Eine solche Diagnose kann man gar nicht so schnell begreifen", erinnert er sich im Gespräch mit der WZ. Tatsächlich ging alles sehr schnell: Noch am gleichen Tag wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wartete er lange auf eine passende Stammzellenspende, sein Zustand verschlechterte sich durch die Chemotherapie zusehends, es ging um Leben und Tod.

"Meine Kollegen haben mir damals toll zur Seite gestanden", erinnert er sich. Fast täglich habe er Besuch bekommen, während dieser Zeit mit allen Kollegen telefoniert. Auch gegen das auf Dauer eintönige Krankenhausessen fanden die Kollegen ein Mittel: "Wenn es mir schlecht ging, haben sie mir auch um drei Uhr nachts einen BigMac vorbei gebracht."

Es waren die Feuerwehrmänner, die das Leben ihres jungen Kollegen retten wollten: Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisierten sie einen Aufruf in der WZ für eine große Typisierungsaktion. Und auch wenn genau einen Tag zuvor schon ein passender Spender für Markus Gerlach gefunden wurde, fand sich im Februar 2009 die beeindruckende Zahl von 600 Kollegen an Wache Zwei ein, die sich typisieren ließen.

Mittlerweise geht es Markus besser. Die Operation und die Genesung sind gut verlaufen. Seit Februar dieses Jahres wird Markus Gerlach wieder in den Dienst für die Wuppertaler Feuerwehr eingeführt. Seitdem stand vor allem Sport auf dem Tagesplan - die langwierige Krankheit hat viel Kraft gekostet. "Ich fühle mich schon wieder fit, sagt er. Nächsten Monat will er wieder im Einsatz sein.

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