Auszeichnung Marina Jenkner gewinnt Literaturförderpreis für ihre Erzählung „Nachthimmelweit“

Vohwinkel · Die Auszeichnung der Gedok wird mit 5000 Euro dotiert und alle drei Jahre verliehen.

  Die Autorin Marina Jenkner wird den Text bei der Preisverleihung in Heidelberg vortragen.

Die Autorin Marina Jenkner wird den Text bei der Preisverleihung in Heidelberg vortragen.

Foto: Christoph Müller

Eine Nacht, drei Frauen, drei unterschiedliche Schicksale – und doch sind die Ereignisse in Marina Jenkners Erzählung „Nachthimmelweit“ miteinander verwoben, die Handlungsstränge miteinander verknüpft. Für „Nachthimmelweit“ ist die Wuppertaler Autorin nun mit dem diesjährigen Literaturförderpreis der Gedok 2024 ausgezeichnet worden.

Das Thema des Literaturförderpreises der Gedok 2024 war „Frauenleben.frei“. „Mich interessiert immer das psychische Innenleben von Menschen“, erzählt die Autorin. „Mich interessiert weniger rein Äußerliches, sondern vielmehr, was äußere Umstände mit der Innenwelt von Menschen machen.“

Die erste Protagonistin erlebt eine traumatische Geburt, die zweite bricht in ihre alte Heimat Syrien auf, um ihrem sterbenden Vater beizustehen, die dritte wird während eines Geschäftsessens auf ein Missbrauchstrauma aus der Kindheit zurückgeworfen. Den drei Frauen gelingt es, ihren individuellen Weg zu gehen. Die Handlungsstränge werden durch motivische und sprachliche Übergänge und Verknüpfungen kunstvoll miteinander verschränkt. Damit hat Jenkner das gestellte Thema aus Sicht der Jury hervorragend bearbeitet, heißt es in der Mitteilung der Gedok.

„Ich war total überrascht und ich habe mich sehr gefreut“, erzählt sie, „dass meine Art zu Schreiben und meine Themen auf die Art gewürdigt werden.“ Der Gedok-Literaturförderpreis wird mit 5000 Euro dotiert und alle drei Jahre an eine überregional noch nicht bekannte Autorin verliehen.

Die Preisverleihung findet am 26. Oktober im Festsaal des Kurpfälzischen Museums in Heidelberg statt. Die Gedok ist der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden, das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen der Disziplinen Bildende Kunst, Angewandte Kunst/ Art Design, Literatur, Musik und Interdisziplinäre Kunst/Darstellende Kunst. Der Wuppertaler Gedok-Ortsverband ist sehr aktiv. Durch ihn ist Jenkner für den Literaturförderpreis vorgeschlagen worden. Bei der Preisverleihung wird Jenkner auch ihren Text „Nachthimmelweit“ vortragen.

Mit dem Schreiben begann die gebürtige Detmolderin Marina Jenkner bereits in der Grundschule. „Ich habe immer meine Schulhefte vollgeschrieben“, erinnert sie sich. Sie studierte Germanistik, Kunst- und Designwissenschaften sowie Architektur. Mit 26 Jahren machte sie sich selbstständig und lebt nun als freiberufliche Schriftstellerin, Lektorin und Werbetexterin in Wuppertal. Ihr Debüt „WUPPERlyrik“ veröffentlichte sie 2006. Ihre jüngste Veröffentlichung „Die Geschichtenlauscherin“ (2023) behandelt unter anderem die Themen Psychische Erkrankungen und Demenz. Am Freitag, 7. Juni, liest Marina Jenkner auf dem Friedhof Hugostraße ab 19.30 Uhr aus „Die Geschichtenlauscherin“.

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