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Mariana Taipa erhält Stipendium

Mariana Taipa erhält Stipendium

Lions-Club fördert die 21-jährige Musikerin während des Studiums.

Junge Musiker im Studium haben ein volles Programm. Unterricht, viel üben — und gewöhnlich kommt noch Arbeit zur Finanzierung hinzu. Um hier zu entlasten, hat der Lions Club Wuppertal-Mitte nun zum dritten Mal ein Stipendium vergeben, diesmal an die Cellistin Mariana Taipa.

Die Lions-Clubs fördern sozial Schwache wie auch Talente. Begabten Studierenden wie Taipa wünscht Norbert Brenken vom Vorstand finanzielle Entlastung: „Sie sollen nicht in der Kneipe kellnern müssen.“ Der Schatzmeister dankt für den Vorstand ausdrücklich Christa Müller-Schlegel für großzügige Unterstützung des Stipendiums. Der Ausschreibung, die in der Hochschule aushing, waren neun Studierende gefolgt und reichten Bewerbungen ein; Mariana Taipa wusste zu überzeugen.

Die 21-Jährige stammt aus Portugal und studiert seit 2017 bei der Wuppertaler Dozentin Prof. Susanne Müller-Hornbach. Sie stammt aus einer Musikerfamilie und hatte schon als kleines Kind viel mit Musik zu tun. Doch nicht das Horn wie ihr Vater sollte sie dann als ihr Instrument entdecken. Cello spielte sie dann im Auswahlorchester aller portugiesischen Konservatorien und gewann 2013 (Kategorie „Kammermusik“) den portugiesischen Wettbewerb „Jugend musiziert“. Als ein Studium des Instruments klar wurde, gab es für Deutschland gute Gründe — nicht zuletzt zählt sie Bach wie auch Wagner zu ihren Lieblingskomponisten. Einen guten Ruf hat die Hochschule für Musik und Tanz Köln, zu der Wuppertals Musikhochschule gehört, ohnehin.

Ihr imposantes Instrument lässt Taipa kaum je aus den Augen, auch wenn es verpackt im Kasten in der Ecke steht. Die derzeitige Wahl-Wuppertalerin mag auch das Schulgebäude in der Sedanstraße — nicht zuletzt zum Üben, vier Stunden am Tag: „Zu Hause ist es manchmal schwer für die Nachbarn“, sagt die zugänglich wirkende Studentin und lacht.

Auch der persönliche Eindruck gehörte denn auch zu den Kriterien der Jury, zu der neben Brenken Dr. Johannes Vesper sowie Bernd Mönkemöller zählten. Zusammen mit ihrer Vorstellung am Instrument sah man Taipa auch im Gespräch als letztlich Überzeugendste — wobei auch den Unterlegenen glaubhaftes Lob gilt: Durchgefallen? Davon könne keine Rede sein. Grundsätzlich zeigt der Vorstand Respekt vor dem besonderen Einsatz der Studierenden: „Es ist erstaunlich, wie ernsthaft sie sich vorbereiten.“

„Musikerpersönlichkeiten“ sind es demnach, die der Club sieht und fördern will. Gern mit der Perspektive, dass sie nach dem Examen möglichst im Land Anstellung finden und der hiesigen Kulturwelt so erhalten bleiben. Mariana Taipa jedenfalls ist derzeit nur kurz nicht im Tal: Dieser Tage besucht sie in Lissabon ihre Familie. Danach widmet sie sich an der Sedanstraße wieder ihrer musikalischen Ausbildung — mit viel Hingabe und einer Sorge weniger.